Ewig in Erinnerung - Todestage von Ottmar und Fritz Walter

17.06.2019

 

Gestern vor sechs Jahren verstarb Ottmar Walter im Alter von 89 Jahren. Heute vor siebzehn Jahren mussten wir bereits Abschied von Fritz Walter nehmen. Er wurde 81 Jahre alt. Im FCK-Museum hinter der Osttribüne werden wir ihnen ein ehrendes Andenken bewahren, in unseren Herzen und Gedanken werden beide für immer weiterleben. Ebenso wie der dritte Walter-Bruder Ludwig, der am 02.11.1922 geboren wurde. Ihm war der fußballerische Durchbruch nach dem zweiten Weltkrieg aufgrund einer Kriegsverletzung nicht vergönnt. Er verstarb bereits am 26. Juli 1993 im Alter von nur 71 Jahren.

 

Auf der Straße spielende und tobende Kinder waren in der Zeit vor der Massenmotorisierung auch in Kaiserslautern nichts Ungewöhnliches. So konnte man Ende der 1920er Jahre in der heutigen Heinrich-Heine-Straße (früher Uhlandstraße), oft ein Grüppchen von Jungen und Mädchen beobachten, die mit zügelloser Begeisterung und schier endloser Ausdauer einander ein Gummibällchen, eine Konservendose oder ein zusammengewickeltes Stoffbündel abzujagen und in die Öffnung eines Gullys zu kicken versuchten. "Kanälches" nannte man diese Art des Straßenfußballs, bei der die in die Bürgersteigkante eingelassene rechteckige Abflussöffnung das Tor bildete. Bei drei unermüdlichen Spielern dieser "Kanälches-Mannschaft" handelte es sich um die Walter-Brüder, Fritz, Ludwig und Ottmar. Den fußballbegeisterten Jungen reichte indes das Kanälcheskicken bald nicht mehr. Nach und nach traten sie im Alter von jeweils acht Jahren in die Schülermannschaft des 1. FC Kaiserslautern ein und erwiesen sich alle drei als ausgezeichnete Fußballer. Das Fußballspielen war für die Walter-Brüder Sport, Leidenschaft und Freizeitvergnügen zugleich. Die Walter-Brüder konnten allerdings nicht ahnen, welche schicksalhafte und unfassbare Rolle der Fußball in ihrem weiteren Leben spielen würde. Doch wie vielen anderen Sportlern und Fußballern auch, raubte zunächst der Zweite Weltkrieg den Walter-Brüdern ihre besten Jahre als Sportler.

 

Fritz wurde zum 5. Dezember 1940 in die Wehrmacht einberufen. Als Infanterist diente er zunächst in Frankreich, wo er von April bis Juni 1943 in Lothringen zeitweise für die TSG Diedenhofen und kurzzeitig für die TSG Saargemünd spielte. Außerdem war Fritz Teil der Soldatenelf "Rote Jäger", die zu einer der besten deutschen Militärmannschaften im Zweiten Weltkrieg avancierten. Fritz wurde am 8. Mai 1945 in Böhmen von US-Truppen aufgegriffen und kam in einem Lager nahe der Grenze zur Ukraine in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Dort traf er auch seinen jüngeren Bruder Ludwig wieder. Fritz erkrankte im Lager an Malaria, überstand die Krankheit jedoch glücklicherweise. Ungarische und slowakische Wachsoldaten, mit denen er regelmäßig dem Ball nachjagte, erkannten den deutschen Nationalspieler und stellten ihn dem sowjetischen Lagerkommandanten Schukow vor. Dieser bewahrte die Walter-Brüder wohl vor dem sibirischen Gulag. Fritz und Ludwig kehrten bereits im Oktober 1945 über Wien nach Kaiserslautern zurück. Während Ludwig Walter aufgrund seiner Kriegsverletzung den Fußballsport auf hohem Niveau nicht mehr ausüben konnte und fortan wieder bei der Stadtkasse arbeitete, begann Fritz sehr bald mit dem Wiederaufbau der FCK-Mannschaft.

 

Ottmar Walter wurde zur Marine eingezogen. In Cuxhaven und bei Holstein Kiel konnte er während des Krieges auf Torejagd gehen. Bei einem Einsatz auf einem Minensuchboot im Ärmelkanal, während der Invasion im Juni 1944, wurde das Schiff beschossen und versenkt. Von den 130 Besatzungsmitgliedern an Bord des Schiffes, überlebten nur zwölf. Darunter war auch Ottmar Walter. Der durch Splittereinwirkung am Knie verletzte Ottmar wurde nach England in Kriegsgefangenschaft gebracht. Einem geschickten Chirurgen gelang es, die Splitter aus Ottmars Knie zu entfernen und somit das Bein zu retten. Er kam erst gut ein Jahr später als seine Brüder Fritz und Ludwig zurück in die Heimat.

 

Um die nach und nach aus der Gefangenschaft zurückkehrenden Spieler bildete sich mit jungen Talenten die künftig so berühmte "Walter-Mannschaft". Für Fritz und Ottmar brachen die glanzvollsten Jahre ihres Fußballerlebens an. Sie standen 1948 mit ihrem 1. FC Kaiserslautern erstmals in einem Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft. 1951 und 1953 konnte der Titel nach Kaiserslautern geholt werden, 1948, 1954 und 1955 wurden die Roten Teufel mit den Walter-Brüdern immerhin Vizemeister. Den größten Triumph ihrer Karriere feierten beide im Jahre 1954 mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft in der Schweiz. Jener 4. Juli 1954 gilt bis heute als die emotionale Geburtsstunde der Bundesrepublik. Ottmar Walter verstarb am 16. Juni 2013, Fritz Walter am 17. Juni 2002. Wir werden Euch und Euren Bruder Ludwig nie vergessen!

 

-mg-


Ein Ausnahmetrainer wird 85 – herzliche Glückwünsche zum Geburtstag, Kalli Feldkamp

02.06.2019

 

Am heutigen 2. Juni feiert ein früherer FCK-Trainer mit unbestrittenem Kultstatus einen runden Geburtstag. Karl-Heinz Feldkamp, in Kaiserslautern seit jeher schlicht "Kalli" genannt, wird 85!

 

Kaum ein Name ist so eng mit der glorreichen Zeit des FCK Anfang der 1990er Jahre verknüpft, wie jener Kalli Feldkamps. Dabei hatte der gebürtige Oberhausener bereits schon früher den FCK als Trainer in erfolgreiche Sphären geführt. 15 Jahre lang war der bodenständige und vereinstreue Feldkamp selbst Fußballer. Er blieb über die gesamte Zeit seinem Heimatclub Rot-Weiß Oberhausen treu und erzielte in 316 Spielen 42 Treffer für die Rot-Weißen. Fünf Jahre nach seinem Rücktritt als Spieler übernahm er 1972 mit der SG Wattenscheid 09 erstmals als Trainer einen Verein. Es folgten die Stationen DJK Gütersloh und Arminia Bielefeld, ehe Feldkamp von 1978 bis 1982 erstmals den Trainerstuhl des 1. FC Kaiserslautern besetzte. In diesen vier Jahren erlebte der FCK sehr erfolgreiche Bundesligazeiten. Dabei erreichten die Roten Teufel in den ersten beiden Spielzeiten unter Kalli jeweils den dritten Tabellenplatz, in der Saison 1980/81 und der Saison 1981/82 rangierte der FCK am Ende jeweils auf Tabellenplatz vier. In seiner ersten Saison 1978/79 unter Karl-Heinz Feldkamp wurde der FCK mit einem Punkt Vorsprung auf den Hamburger SV sogar Herbstmeister. Auch im DFB-Pokal gelang dem FCK während der ersten "Feldkamp-Ära" einmal der Sprung ins Finale. Doch in diesem Endspiel am Ende der Spielzeit 1980/81 sollte den Roten Teufeln der Titelgewinn nach der Niederlage im Stuttgarter Neckarstadion gegen Eintracht Frankfurt vorerst noch verwehrt bleiben. Auch die internationale Bilanz in dieser Ära kann sich sehen lassen. Mit seinen Schützlingen drang Feldkamp 1982 bis ins Halbfinale des UEFA-Pokals vor. Dank überragender Auftritte. Bis heute unvergessen das Kräftemessen im Viertelfinale. Gegen einen übermächtig scheinenden Club und eine Mannschaft mit Weltklasseformat. Real Madrid hieß der Gegner des FCK. Gingen die Roten Teufel beim Hinspiel noch mit 1:3 als Verlierer vom Platz, fegten die Schützlinge von Kalli Feldkamp die Königlichen aus Spaniens Hauptstadt in einem denkwürdigen Rückspiel mit 5:0 vom Betzenberg. Im Halbfinale scheiterten die Lauterer dann jedoch denkbar knapp und bis heute umstritten am IFK Göteborg.

 

1982 führte Feldkamps Weg zunächst weg vom Betzenberg zur Dortmunder Borussia, später wieder zurück auf die Bielefelder Alm. Es folgten weitere Zwischenstationen beim Werksclub Bayer 05 Uerdingen und der Frankfurter Eintracht. Mit beiden Vereinen errang Feldkamp den DFB-Pokal. 1985 mit Bayer Uerdingen, als man die Münchner Bayern im Berliner Olympia-Stadion bezwang, das damals erstmals als dauerhaft festgelegter Endspielort fungierte. 1988 reckte Kalli Feldkamp dann zum zweiten Mal den DFB-Pokal in den Berliner Himmel, als er mit Eintracht Frankfurt im Finale den VfL Bochum bezwang. Nach dem Pokaltriumph 1988 folgte erstmals der Schritt ins Ausland, wo Kalli beim ägyptischen Hauptstadtclub Al-Ahly Kairo anheuerte, mit denen er Meister und Pokalsieger wurde. Zwei Jahre später kehrte er wieder zum FCK zurück und schrieb mit den Roten Teufeln binnen weniger Jahre Fußballgeschichte. Es war eine fast aussichtslose Situation nach dem 22. Spieltag. Der FCK war beim Erzrivalen Waldhof Mannheim gerade mit 0:4 untergegangen, rangierte auf dem vorletzten Tabellenplatz. Präsident Norbert Thines hatte daraufhin Trainer Gerd Roggensack gefeuert und sich bemüht Kalli Feldkamp zurückzuholen. Mit Erfolg. In doppelter Hinsicht. Einen Spieltag vor Schluss sicherte sich das Gründungsmitglied der Bundesliga unter Trainer Kalli Feldkamp den Klassenerhalt. Gezittert wurde bis zum Ende der Spielzeit und groß war der Jubel dann Anfang Mai 1990, als der FCK mit zwei Zählern vor dem Relegationsplatz noch den 12. Tabellenplatz erreichte. Am 33. Spieltag hatte Bruno Labbadia die Roten Teufel nach gerade einmal vier Minuten gegen Borussia Dortmund im Westfalen-Stadion in Front geschossen. Nach einem von Michael Zorc verwandelten Foulelfmeter sollte es bis zum Schluss beim 1:1-Unentschieden bleiben. Kaiserslautern entführte einen Punkt aus Dortmund. Weil zeitgleich der VfL Bochum beim FC Homburg mit 0:1 unterlag, war der FCK gerettet.

 

Mit dem in Oberhausen geborenen Coach sollte die Mannschaft des FCK in den Folgejahren eines der erfolgreichsten Kapitel der Vereinsgeschichte schreiben, denn nur kurz nach dem Klassenverbleib holten die Roten Teufel erstmals in ihrer Vereinshistorie den DFB-Pokal. Im fünften Anlauf, nach einem 3:2-Sieg über Werder Bremen. Diesen Überraschungscoup konnte das Feldkamp-Team zum Saisonfinale der folgenden Spielzeit sogar noch toppen. 1991 führte Feldkamp den Fast-Absteiger sensationell zum Titel des Deutschen Meisters. Die Szenen, die sich rund um das denkwürdige Spiel gegen die Geißböcke im altehrwürdigen Müngersdorfer Stadion abspielten sind fest in das kollektive Gedächtnis der FCK-Fans eingebrannt. Nach 1951 und 1953 gewann der FCK im Jahr 1991 seinen dritten Meistertitel – eine Sensation! Unvergessen auch das legendäre Spiel gegen den FC Barcelona im Europapokal. Nach einer 0:2-Niederlage im Hinspiel führte der FCK am heimischen Betzenberg vor einer teuflischen Kulisse bereits mit 3:0. Das Hinspiel-Ergebnis war nicht nur egalisiert, man stand mit einem Bein in der nächsten Runde. Der FCK spielte einen grandiosen Fußball, kassierte aber in der Nachspielzeit das entscheidende und bittere Gegentor, das den Katalanen das Weiterkommen sicherte. Der große Traum war geplatzt! Selten habe ihn eine Niederlage so getroffen wie diese, erinnert sich Feldkamp heute noch. "Ich hatte Mühe, Johan Cruyff die Hand zu geben, als er auf mich zu kam, das muss ich heute noch gestehen", beschriebt der rüstige Jubilar noch heute das dramatische Aus gegen den späteren Europacupsieger.

 

Nach seiner erfolgreichen Zeit in der Pfalz feierte Feldkamp auch in der Türkei große Titel. Dort arbeitete er, mit längeren Unterbrechungen, für die türkischen Hauptstadt-Clubs Galatasaray Istanbul und Beşiktaş Istanbul als Trainer und Sportdirektor. Mit Galatasaray wurde er 1993 Türkischer Meister und Pokalsieger. Nach dem ersten Abstieg der Roten Teufel aus dem Fußballoberhaus 1996 kehrte Feldkamp kurzzeitig zurück und war in der Saison, in der die Roten Teufel den direkten Wiederaufstieg schafften, im Aufsichtsrat des Vereines tätig. Zur Saison 2007/08 kehrte Feldkamp auf das Trainerparkett zurück und wurde zum zweiten Mal Chefcoach von Galatasaray. Als Nachfolger des Belgiers Erik Gerets. Doch kurz vor Saisonende trat er dort vom Amt zurück. Im Spätherbst 2008 kehrte Feldkamp dann noch einmal zu Galatasaray Istanbul zurück. Dieses Mal als Technischer Direktor beim amtierenden Meister. Dort arbeitete er bis zum Saisonende im Mai 2009, ehe er sich endgültig vom aktiven Geschehen der großen Fußballbühnen zurückzog. Kalli Feldkamp lebt heute zusammen mit Ehefrau Helma überwiegend in Braunschweig, nahe bei Tochter und Enkel. In seinem zweiten Domizil in Südspanien tankt der ehemalige Malocher und hingebungsvolle Motivator, der bis heute immer noch ein gefragter Gesprächspartner und Ratgeber ist, gelegentlich Kraft und Energie.  Die gesamte FCK-Familie gratuliert heute von ganzem Herzen zum 85. Geburtstag.

 

mg

 


Fot: Bildarchiv Eric Lindon (RHEINPFALZ, 27.08.1948)
Fot: Bildarchiv Eric Lindon (RHEINPFALZ, 27.08.1948)

Die Roten Teufel gegen die Münchner Bayern
Ein historischer Exkurs in längst vergangene Zeiten

 

Heute Abend gastiert der FC Bayern München auf dem Betzenberg. Der frisch gebackene Deutsche Pokalsieger und Deutsche Meister der Spielzeit 2018/2019 kommt zu einem Freundschaftsspiel auf den Betzenberg. Das Stadion wird ausverkauft sein. Beim Blick auf das heutige Spiel wird so mancher FCK-Fan mit etwas Wehmut Erinnerungen an Zeiten ausgraben, als die Paarung in der Bundesliga regelmäßig die Massen elektrisierte. Vor allem in der Pfalz. Viele der verklärten Gedanken werden dabei an legendären Spielen haften bleiben, die untrennbar mit der Geschichte des FCK verbunden sind. Glanzvolle Siege aber auch bittere Niederlagen gegen den Erzrivalen aus der bayrischen Landeshauptstadt.

 

Unvergessen natürlich der 7:4 FCK-Sieg am 20. Oktober 1973, als der FCK schon fast aussichtslos mit 0:3 und 1:4 hinten lag, ehe die Roten Teufel wie entfesselt aufspielten und gegen das Star-Ensemble aus München noch 6 Tore nachlegten. Bis heute ein Stachel in der Bayern-Seele, an den die Münchner nicht gerne zurückdenken. Unweigerlich denkt man aber auch an die Schlachten gegen die Münchner Bayern im Meisterjahr 1991, als jeder der beiden Kontrahenten sein Heimspiel mit jeweils 2:1 für sich entscheiden konnte. Oder die beiden Begegnungen gegen die Münchner Bayern bei der Sensationsmeisterschaft 1998, als der FCK die Saison mit einem 1:0 Auswärtssieg eröffnete. Wohlgemerkt ein Auswärtssieg bei den Münchner Bayern. Das Rückspiel am Betzenberg gewann der FCK dann 2:0! Vielen jüngeren FCK-Fans wird aber auch die FCK-Niederlage im Pokalfinale 2003 noch lebhaft in Erinnerung sein, als der FCK mit 1:3 unterlag. Oder das denkwürdige Erstligaspiel in der Saison 2010/2011 als der FCK nach dem Aufstieg in die Bundesliga in seinem ersten Saisonheimspiel die übermächtigen Bayern mit 2:0 vom ausverkauften Betzenberg schoss.

 

Doch auch vor Gründung der Bundesliga gab es immer mal schon ein sportliches Kräftemessen zwischen dem FCK und den Münchner Bayern. Wieso auch nicht? Immerhin feiern beide Vereine im kommenden Jahr ihr jeweils 120-jähriges Bestehen. Wer erinnert sich  eigentlich noch an einen 6:3 Heimsieg oder einen 5:1 Auswärtssieg der Roten Teufel gegen den FC Bayern Münchner? Unser Sporthistoriker Eric Lindon hat für Euch in die Archive geschaut und einige interessante Fundstücke ausgegraben. Der älteste Nachweis einer Begegnung zwischen dem FCK und dem FC Bayern beschreibt ein Freundschaftsspiel und datiert vom 12.04.1909. An jenem Ostermontag duellierte sich der FV Kaiserslautern, der aus dem FC 1900, dem FC Palatia und dem FC Bavaria hervorgegangene Vorgängerverein des FCK mit den Münchner Bayern. Ausgetragen wurde das Spiel auf dem "Sportplatz Eselsfürth". Einem Kurzbericht im Kaiserslauterer Stadtanzeiger zufolge endete das Spiel nach einer turbulenten zweiten Halbzeit mit einem 2:2 Unentschieden.

 

Auch in der Süddeutschen Endrunde der Spielzeit 1932/1933 begegneten sich der FCK und der FC Bayern München. Die Bayern hatten in der vorangegangenen Spielzeit erstmals in ihrer Geschichte die Viktoria für ihre Vereinsvitrinen sichern können und trafen als amtierende Deutscher Meister in der Endrunde auf den FCK. Mit 0:2 mussten sich die Pfälzer bei ihrem Gastspiel am 26.12.1932 in München geschlagen geben. Vor 10.000 Zuschauern im damaligen 1860-er Stadion ging der Favorit auf vereistem Boden bereits in der 8. Minute in Führung und konnte in der 25. Minute auf 2:0 erhöhen. Trotz hochkarätiger Chancen der Hausherren blieb es am Ende aber beim 2:0 für den amtierenden Deutschen Meister. Beim Rückspiel am 26.02.1933 sahen mehr als 7.000 Zuschauer auf dem Lauterer Betzenberg einen übermächtigen Gast, der auch in dieser Partie bereits zur Halbzeit mit 2:0 vorne lag, ehe die Münchner im zweiten Durchgang auf 3:0 erhöhten. Der FCK schaffte mit dem 1:3 zwar noch den Anschlusstreffer, musste sich aber am Ende mit 1:4 geschlagen geben.

 

Am 23. August 1947 gastierten die Bayern zu einem Freundschaftsspiel erneut in Kaiserslautern. Mehr als 15.000 Zuschauer zog es hinauf auf den Betzenberg um die Partie des amtierenden "Zonenmeister" 1. FC Kaiserslautern gegen den FC Bayern München zu verfolgen. Die Gäste hatten anfangs zwar mehr vom Spiel, doch die Führung schossen die Hausherren heraus. Zunächst markierte Günther Grewenig nach Zuspiel von Fritz Walter die 1:0 Führung. Noch vor dem Seitenwechsel konnten die Roten Teufel auf 2:0 erhöhen. Kurz nach dem Wechsel gelang Werner Baßler nach Zuspiel von Fritz und Otmar Walter bereits das 3:0, ehe Fritz Walter sogar den vierten Lauterer Treffer markieren konnte. Doch die Bayern gaben nicht auf, kamen mit zwei Treffern noch einmal auf 4:2 heran. Es war dann wieder Werner Baßler, der auf 5:2 erhöhte. Nach einem weiteren Münchner Treffer zum 5:3 gelang eine Minute vor Schluss noch einmal Werner Baßler der letzte Treffer der Partie zum Endstand von 6:3! Denkwürdig verlief dann auch das Rückspiel in München. Bei Freundschaftspielen in jener Zeit durchaus üblich, dass die Vereine jeweils ein Hin- und ein Rückspiel vereinbarten. Am 15. Mai 1948 demontierte der FCK dabei in München den FC Bayern vor 35.000 Zuschauern im eigenen Stadion. Fritz Walter mit 3 Toren und Bruder Ottmar Walter mit 2 Treffern schossen die Bayern dabei fast im Alleingang ab. Der FCK führte zur Pause bereits mit 4:0! Der Lauterer Sieg in München hätte an jenem Pfingstsamstag des Jahres 1948 noch deutlich höher ausfallen können. Der Schiedsrichter hatte drei weitere Lauterer Treffer annulliert! Für heutige Verhältnisse übrigens eine kuriose Situation. Der Unparteiische kam aus München.

 

Ohne Fritz Walter und ohne Horst Eckel traf der FCK im Jahr 1958 in einem Testspiel auf den FC Bayern München. Am 2. August 1958 sicherten sich die Münchner dabei einen knappen 3:2 Sieg gegen den die Roten Teufel. Dabei führte der FCK nach 20 Minuten durch Treffer von Rudolf Kraft und Friedel Späth bereits mit 2:0. Durch ein Eigentor von Werner Liebrich und durch einen verwandelten Strafstoß konnten die Münchner noch vor dem Wechsel ausgleichen. Nachdem 20 Minuten vor Schluss mit Willi Wenzel im Trikot der Roten Teufel als bester Spieler der Partie verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, gelang den Münchner Bayern in der 80. Minute der 3:2 Siegtreffer. Erst mit Gründung der Bundesliga und mit dem Aufstieg des FC Bayern in die höchste deutsche Spielklasse im Jahr 1965 begann ein regelmäßigeres Kräftemessen. Gleich in ihrer ersten Bundesligasaison 1965/1966 unterlag der FCK in München mit 0:3 und vor heimischem Publikum mit 1:2! Bis heute trafen beide Vereine in 99 Pflichtspielen aufeinander. Dabei stehen 59 Bayern-Siegen nur 24 Siege der Roten Teufel und 16 Unentschieden gegenüber. Hoffen wir, dass für den FCK bald wieder bessere Zeiten kommen und ein Kräftemessen mit den Münchner Bayern in absehbarer Zeit auch wieder in der ersten Liga auf dem Spielplan steht.

 

mg


Einer der großen Keeper des FCK

Zum 90. Geburtstag von Willi Hölz

16.04.20149

 

Wenn von großen Torwächtern des 1. FC Kaiserslautern die Rede ist, werden sofort die Namen Ronnie Hellström und Gerry Ehrmann genannt.  Zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist hingegen der Torwart der Walter-Mannschaft, Willi Hölz, der mit seinem 1. FCK 1953 deutscher Meister wurde und außerdem 1948, 1954 und 1955 im Endspiel um die deutsche Meisterschaft stand.

Am 16. April 1929 wurde Willi Hölz in Frankenthal geboren. In seiner Heimatstadt entdeckte er seine Liebe zum Fußballspielen und beim VfR Frankenthal wurde man bald auf seine Befähigung zum Torhüter aufmerksam. Auch Fritz Walter überzeugte sich vom Können des jungen Tormannes und holte den 18- jährigen Hölz auf den Betzenberg. Beim 1. FCK wurde er bald Stammtorhüter und erlebte im August 1948 seinen ersten Endspieleinsatz gegen den 1. FC Nürnberg. Im Jahre 1950 erfuhr seine Karriere durch eine Meniskusverletzung eine Unterbrechung. Der 1. FCK verpflichtete Karl Adam während seiner Verletzungspause und Willi Hölz wechselte zu Wormatia Worms. Doch nach zwei Jahren kehrte er in sein Tor auf dem Betzenberg zurück.

1953 erlebte er im Berliner Olympiastadion den Höhepunkt seiner Karriere. Mit dem 4:1-Erfolg über den VfB Stuttgart wurde Hölz mit seinem 1. FCK deutscher Meister. Auch 1954 und 1955 stand er mit der Walter-Mannschaft im deutschen Meisterschaftsendspiel, doch beide Male reichte es nur zur Vize - Meisterschaft.

1957 drehte der Südwestfunk einen Film über Trainingsmethoden beim 1. FC Kaiserslautern ("Das vernagelte Tor"). Noch heute kann man sich beim Studium des Filmes von der Sprungkraft und Reaktionsschnelligkeit des Willi Hölz überzeugen, dessen Spezialität überdies seine kraftvolle, gezielte Faustabwehr war.

Bis 1961 hütete Willi Hölz zuverlässig das Tor des 1. FCK in 290 Oberliga- und Endrundenspielen, ehe er dem jungen Wolfgang Schnarr den Vortritt als "Nummer Eins" lassen musste. Hölz folgte erneut dem Ruf seines ehemaligen Kapitäns Fritz Walter und wurde von 1962 bis 1966 Torwart des ambitionierten Dorfvereins SV Alsenborn. Gemeinsam mit seinen früheren FCK-Kameraden Otto Render und Gerhard Ahrens trug Willi Hölz wesentlich zu den drei Aufstiegen des SV Alsenborn bis zur Regionalliga und somit zum ersten Teil des "Wunders von Alsenborn" bei.

In Alsenborn wurde Willi Hölz ansässig. Er führte hier als Modellbauer einen angesehenen Betrieb. Am 28. August 2010 ist er im Alter von 81 Jahren verstorben - betrauert von zahllosen Freunden und Weggefährten in der ganzen Pfalz. Seine Leistungen, seine geradlinige Persönlichkeit und sein Humor verdienen es, dass er als einer der großen Torhüter in der Geschichte des 1. FCK unvergessen bleibt.

-hw-

 


1:7 in Duisburg!

Der bislang höchste Bundesliga-Auswärtssieg des FCK jährt sich heute zum 25. Mal

10.04.2019

 

Es war der höchste Bundesliga-Auswärtssieg, den der 1.FC Kaiserslautern bis heute eingefahren hat. Am Sonntag, den 10. April 1994 gastierten die Roten Teufel am 30. Spieltag der Saison 93/94 im altehrwürdigen Wedau-Stadion in Duisburg und demontierten die Zebras vor offiziell 24.100 Zuschauern mit 1:7! Ein Spieler rückte bei der Partie besonders in den Mittelpunkt. Ein junger tschechischer Stürmer, der erst in der Winterpause auf den Betzenberg gewechselt war und der beim Gastspiel in Duisburg allein drei der sieben Lauterer Treffer markierte. Pavel Kuka! Insgesamt 8 Tore standen am Ende der Saison auf seinem Konto. Viele denkwürdige und wichtige Treffer sollten in den Folgejahren noch hinzukommen.

 

Martin Wagner eröffnete in der 9. Minute den Torreigen im Wedau-Stadion. Typisch für ihn, mit einem direkt verwandelten Freistoß. Der FCK führte 1:0. Kurioserweise passierte bis zum Halbzeitpfiff auf der Anzeigetafel nichts mehr. Mit der knappen Lauterer Führung gingen beide Mannschaften in die Kabine. Nach dem Wechsel legten die Roten Teufel los wie die Feuerwehr. Binnen 10 Minuten schraubten die Schützlinge von Trainer Friedel Rausch das Ergebnis auf 0:4 hoch. In der 50. Minute war es Pavel Kuka, der nach feiner Vorarbeit von Thomas Hengen nachlegte. Sein Treffer zum 2:0 für den FCK war erst sein zweites Saisontor für die Lauterer. Aber er legte nur wenige Minuten später nach und erzielte nach Vorarbeit von Martin Wagner in der 58. Minute das 0:3. Nur zwei Zeigerumdrehungen später zeigte Schiedsrichter Hans Fux nach einem Foul an Martin Wagner auf den Punkt. Andy Brehme legte sich das Leder zurecht und verwandelte zum 0:4!

 

In der 62. Minute kamen die Zebras zum Anschlusstreffer. Peter Közle, den Trainer Ewald Lienen nach dem Wiederanpfiff brachte, verkürzte mit seinem 12. Saisontor auf 1:4. Doch davon ließen sich die Roten Teufel nicht vom Weg abbringen. Nur sieben Minuten später verwandelte erneut Andy Brehme einen an Pavel Kuka verschuldeten Foulelfmeter zum 1:5 (69.). Stefan Böger musste mit einer glatten roten Karte vom Feld. Die Zebras spielten fortan in Unterzahl und die Roten Teufel blieben auch danach torhungrig. In der 86. Minute vollendete Axel Roos nach Vorarbeit Michael Lusch zum 1:6. Sein zweites Saisontor für den FCK. Es war dann auch Axel Roos, der nur eine Minute später Pavel Kuka bediente, der flinke Tscheche bedankte sich und vollendete zum Endstand von 1:7. Bis heute der höchste Auswärtssieg des 1. FC Kaiserslautern in der Beletage des deutschen Fußballs.

 

Dieser Kantersieg des FCK am 30. Spieltag war jedoch nur ein Highlight. Man darf getrost die gesamte Spielzeit zu den herausragenden Auftritten des FCK zählen. Am Ende war es denkbar knapp. Meister wurde der FC Bayern mit nur einem Pünktchen Vorsprung auf den 1. FC Kaiserslautern. Vor allem die letzten Wochen der Saison hatten es in sich. Am 28. Spieltag rangierten die Pfälzer nach einem 1:1 beim VfB Stuttgart mit 31:25 Zählern noch auf dem 4. Tabellenplatz. Damals war die Drei-Punkte-Regel noch nicht eingeführt. Tabellenführer zu dem Zeitpunkt mit 6 Punkten Vorsprung (37:19), der FC Bayern München. Auf Platz zwei Eintracht Frankfurt mit 33:23 Zählern, auf dem dritten Rang, vor dem FCK, Bayer 04 Leverkusen mit 32:24 Punkten. Am 29. Spieltag empfing der FCK in einer Englischen Woche zuhause den VfB Leipzig. Mit einem mühsamen 1:0 Sieg gegen den späteren Absteiger konnte der FCK auf Leverkusen aufschließen (beide 33:25 Punkte, beide eine Tordifferenz von plus 12). Mit dem Heimsieg gegen Leipzig allerdings eröffneten die Roten Teufel eine Serie von sechs Siegen in Folge.

 

Vom Ergebnis her natürlich herausragend die Partie am 30. Spieltag mit dem Auswärtssieg in Duisburg. Das Saisonhighlight auf dem Betzenberg dann die Partie am 31. Spieltag, als Tabellenführer Bayern München in Kaiserslautern gastierte. Mit 4:0 wurden die Münchner nach Hause geschickt. Der FCK kletterte auf den zweiten Tabellenrang (37:25), zwei Punkte hinter den Münchner Bayern (39:23). Die Vorrundenpartie gegen die Bayern am 30. Oktober 1993 entschieden die Münchner übrigens mit genau dem gleichen Ergebnis vor heimischem Publikum für sich. Am 32. Spieltag folgte ein 2:0 Auswärtssieg in Wattenscheid. Zeitgleich gewann der FC Bayern sein Heimspiel gegen den 1.FC Nürnberg. Ein denkwürdiges Spiel, das durch ein Phantomtor der Bayern annulliert wurde und in die Bundesligageschichte einging. Das Wiederholungsspiel gewannen die Bayern souverän mit 5:0. Am vorletzten Spieltag bezwang der FCK Borussia Dortmund vor heimischem Publikum mit 2:0 und nahm auch am letzten Spieltag mit einem souveränen 1:3 gegen den Hamburger SV beide Punkte aus dem Volksparkstadion mit.

 

Am Ende stand der FC Bayern mit 44:24 Punkten und einer Tordifferenz von plus 31 an der Tabellenspitze, der FCK wurde mit 43:25 Punkten und einer Tordifferenz von plus 28 leider nur Vizemeister. Wäre das sogenannte Phantomtor des FC Bayern bereits in der Partie gegen den Club als solches erkannt worden und hätten die Nürnberger damals einen Punkt aus dem Münchner Olympiastadion entführt, dann wäre der FCK bei der Schlussabrechnung am letzten Spieltag wegen der dann besseren Tordifferenz auf dem ersten Tabellenplatz gelandet. Vorausgesetzt, dass alle weiteren Saisonspiele dann auch so gelaufen wären, wie sie letztlich gelaufen sind. Hätte, hätte, Fahrradkette! Natürlich ist es müßig heute darüber zu diskutieren. Dennoch nagt der Ausgang der Saison 1993/1994 bis heute am FCK-Gemüt. Was bleibt ist der schwache Trost, dass die Roten Teufel damals eine herausragende Saison abgeliefert haben und am Ende Vizemeister wurden, was Ihnen vor der Saison sicher kaum jemand zugetraut hätte. Und es bleibt die Gewissheit, dass der FCK im Endspurt der Saison mit dem 1:7 in Duisburg seinen bis heute höchsten Bundesliga-Auswärtssieg eingefahren hatte. Eine Duftmarke, die sich heute zum 25. Mal jährt.

 

mg

 


Herzlichen Glückwunsch zum 70. Geburtstag, Ernst Diehl!

 

Er gehört bis heute zu einer der herausragenden Spielerpersönlichkeiten, die das Trikot der Roten Teufel trugen. Von 1967 bis 1978 spielte er 314 Mal für den 1.FC Kaiserslautern in der Fußball-Bundesliga und erzielte dabei 18 Tore. Heute wird er 70 Jahre alt. Alles Gute zum runden Geburtstag, Ernst Diehl!

 

Der 1949 in Etschberg, Kreis Kusel, geborene Ernst Diehl kam 1965 von der TSV Etschberg als Defensivspieler in die Jugendabteilung des 1. FC Kaiserslautern. Am 4. November 1967 absolvierte er im Heimspiel gegen den MSV Duisburg seine erste Bundesliga-Partie, die der 1. FCK mit 0:1 verlor. In seiner ersten Bundesligarunde 1967/68 kam er zu immerhin 14 Einsätzen. In seiner zweiten Saison in der Spielzeit 1968/69 gehörte der Nachwuchsspieler mit 33 Ligaspielen bereits zur Stammelf, der die damals noch übliche Position des Vorstoppers übernahm. Mit seiner geradlinigen, zuverlässigen und soliden Spielweise hatte er sich schon bald in die Herzen der FCK-Fans gespielt. Unter Gyula Lóránt, Dietrich Weise und ab 1973 Erich Ribbeck reifte der gebürtige Pfälzer zur Persönlichkeit heran. Unvergessen sicher das legendäre Spiel gegen den FC Bayern München am 20. Oktober 1973, als die Roten Teufel das Münchner Starensemble nach 0:3 und 1:4 noch mit 7:4 vom Betzenberg fegten und Ernst Diehl mit seinem 5:4 den FCK erstmals in Führung brachte ehe Herbert Laumen mit zwei weiteren Treffern für den sensationellen Endstand sorgte.

 

Der 1.FCK qualifizierte sich in den Runden 1971/72 und 1975/76 jeweils mit siebten Rängen für den UEFA-Cup, womit Ernst Diehl sich alsbald auch auf internationalem Parkett präsentieren konnte.. Die Spiele gegen Stoke City, CUF Barreiro, Ararat Erewan, Borussia Mönchengladbach, Famagusta und Feyenoord Rotterdam waren herausragende Erlebnisse in der Karriere des konsequenten Vorstoppers. Die Saison 1977/78 sollte seine letzte sein. Seine letzte beim 1. FCK und seine letzte als Fußballprofi. Nach Saisonende wurde er zum Sportinvaliden erklärt und er begann seine Trainertätigkeit in der Jugendabteilung des 1. FCK.

 

Nach Ende seiner aktiven Fußballerkarriere trainierte er unter anderem die A-Jugend und die Amateure des 1. FC Kaiserslautern und war 1983 zweimal Interimstrainer der Bundesligaelf. 1992 gewann er mit den A-Junioren durch einen 5:1-Sieg gegen den 1. FC Köln die deutsche Junioren-Meisterschaft. Von 1996 bis 1997 war er Co-Trainer von Otto Rehhagel bei den Profis, ehe er danach wieder im Jugendbereich des Roten Teufel wirkte.

 

Mit den Roten Teufeln stand Ernst Diehl übrigens im Jahr 1972 und 1976 auch zweimal im Finale um den DFB-Pokal. Einen titel konnte er mit den Roten Teufeln dabei nicht erringen. Insgesamt absolvierte Ernst Diehl für seinen 1. FC Kaiserslautern sagenhafte 370 Pflichtspiele und schoss dabei 25 Tore. Der 1.FCK war seine einzige Station als Profi-Fußballer. Ein Vita-Prädikat, das heute undenkbar wäre. Das Museumsteam übermittelt Ernst Diehl die herzlichsten Glückwünsche zum heutigen 70. Geburtstag, alles Gute für die Zukunft und hoffentlich noch viele Jahre im Kreise der FCK-Familie.

 

mg

 


Triumph und Verhängnis

Zum 45. Todestag von Weltmeister Werner Kohlmeyer

26.03.2019

 

Fotos und Filmdokumente vom triumphalen Empfang der Weltmeister-Mannschaft 1954 zeigen einen strahlenden Werner Kohlmeyer sowohl am Fenster des Sonderzuges, als auch - gemeinsam mit Sohn und Tochter - im blumengeschmückten Cabrio bei der Jubelfahrt durch Kaiserslautern. Nicht erst seit dem 4. Juli und dem Endspielsieg über Ungarn gehörte Werner Kohlmeyer zu den prominentesten Spielern des 1. FCK - er stand zu diesem Zeitpunkt bereits vier Mal mit der Walter-Mannschaft im Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft, zwei Mal (1951 und 1953) konnte er mit seinen Kameraden den Meistertitel erringen. 1948 und 1954 wurde er - wie auch im darauf folgenden Jahr 1955 - Vizemeister. Seit 1941 spielte der am 19. April 1924 geborene Lauterer für den 1. FCK und 1951 berief ihn Bundestrainer Sepp Herberger erstmals in die Nationalmannschaft.

 

Werner Kohlmeyer war indes nicht nur ein vorzüglicher Fußballspieler, sondern ein sportliches Multitalent. Bereits in den frühen Vierzigerjahren erreichte er bei Leichtathletik - Wettkämpfen im Weit- und Hochsprung hervorragende Platzierungen und nach dem Krieg wurde er sogar Pfalzmeister im Fünfkampf. Gerne und ausdauernd spielte er auch Tischtennis. Seine Schnelligkeit, seine Technik, sein kämpferischer Einsatz und seine Kopf-ballstärke prädestinierten ihn für den Stammplatz des linken Verteidigers. Dabei entwickelte er auch Qualitäten im Offenspiel und er konnte so manches wichtige Tor erzielen.

 

Seinen Kriegseinsatz ab 1943 überstand Kohlmeyer unbeschadet und nach Kriegsende kehrte er - wie Fritz und Ludwig Walter - bald in seine Heimatstadt zurück. Als Fritz Walter im Herbst 1945 mit dem Aufbau und Training einer neuen 1. FCK - Mannschaft begann, gehörte Werner Kohlmeyer zu den Stützen dieser künftigen "Walter - Elf". Beruflich fand der gelernte Lohnbuchhalter Kohlmeyer eine sichere Anstellung bei Kammgarnspinnerei Kaiserslautern. 1946 heiratete er seine Carola, ein Junge und zwei Mädchen gingen aus der Ehe hervor. Nach den Meisterschaften mit seinem 1. FCK erlebte Werner Kohlmeyer mit dem WM - Triumph von Bern den Höhepunkt seiner Karriere; er erhielt Anerkennung in jeder nur denkbaren Form und ein glückliches Leben schien sich für ihn abzuzeichnen.

 

Doch es sollte ganz anders kommen. Seine Kinder erinnern sich, dass die Familie nach der Rückkehr des Vaters aus der Schweiz mit Geschenken überhäuft wurde - neben einem neuen Kühlschrank, einer Waschmaschine, einem Fernsehgerät und einer Nähmaschine gab es sogar einen Goggo-Roller. "Unser Vater und auch die anderen Weltmeister waren nicht darauf vorbereitet, wie man mit dem Ruhm und all dem Lob umzugehen hat", sagte seine Tochter rückblickend. Werner Kohlmeyer, von Tochter und Sohn übereinstimmend als liebevoller Vater bezeichnet, der mit seinen Kindern gerne Ball und Tischtennis spielte, Wild-West-Romane verschlang, Süßspeisen liebte und gelegentlich einmal musizierte - er konnte Geige, Akkordeon und Klavier spielen - veränderte sich. Seine Leidenschaft für das Skatspiel steigerte sich zur Spielsucht, sein Konsum an Alkohol und Zigaretten stieg, falsche Freunde und gewissenlose Schulterklopfer verleiteten ihn zum Glücksspiel. Kohlmeyers Gutmütigkeit wurde ihm zum Verhängnis.

 

Der von ehemaligen  FCK - Spielern und Bekannten als vorbildlicher und zuverlässiger Kamerad, im Spiel oft als "Retter in höchster Not" geschilderte Kohlmeyer verbrachte immer mehr Zeit in Gaststätten, Probleme in der Firma führten zum Verlust des Arbeitsplatzes und schließlich zerstritt er sich mit seinem Trainer beim 1. FCK, mit Richard Schneider. 1957 endet Kohlmeyers großartige Laufbahn beim 1. FCK.  262 Oberliga- und 38 Endrundenspiele hatte er für seinen Verein bestritten, an insgesamt fünf Meisterschaftsendspielen teilgenommen und 22 Einsätze für die deutsche Nationalmannschaft absolviert. Bis 1960 war er noch für den FC Homburg und für Bexbach am Ball, ehe er 1963 beim SV Morlautern seine Fußballerlaufbahn beendete.

 

Werner Kohlmeyers Suchtverhalten führte in die soziale Isolation; 1965 wurde die Ehe geschieden, Leidtragende waren seine Frau und die Kinder.  Freunde, die ihm helfen wollten, wehrte er aus falschem Stolz ab, Sepp Herberger vermittelte ihm noch einmal eine Arbeitsstelle - vergebens. Krankheitsbedingt konnte er seine eigene Situation nicht mehr realistisch einschätzen; die Aufforderung, sich in ärztliche Betreuung und in eine Entziehungskur zu begeben, wies er von sich.

 

Werner Kohlmeyer verließ Kaiserslautern, selbst seine Kinder und sein Freund Fritz Walter wussten längere Zeit nicht, wo er sich aufhielt. Als Bauhilfsarbeiter schlug er sich durch, ehe er als Pförtner in einem Verlagshaus in Mainz eine Anstellung fand, die ihm eine neue, eine letzte Chance eröffnete. In dieser Phase seines Lebens begab er sich in ärztliche Obhut. Seine Mutter zog zu ihm in die kleine Wohnung nach Mainz, um ihn zu unterstützen, zu versorgen. Er gewann Abstand vom Alkohol und gestand sich ein, dass die Zeit seines größten sportlichen Triumphes seinen Absturz einleitete. "Alles, was danach kam, war ein einziges vergeudetes Wochenende", soll er gesagt haben.

 

In den frühen Morgenstunden des 26. März 1974 starb der deutsche Meister und Weltmeister Werner Kohlmeyer in seiner Wohnung in Mainz nach einer Herzattacke - kurz vor seinem 50. Geburtstag. Werner Kohlmeyer, der untadelige Sportsmann und großartige Fußballer, hat es gerade vor dem Hintergrund seiner einmaligen Leistungen, wie auch seines gebrochenen Lebensweges verdient, in bester Erinnerung behalten zu werden. Seine Suchterkrankung mit all ihren Folgen kann und darf nicht verdrängen, wer Werner Kohlmeyer war: Eine liebenswerter, gutmütiger und stets hilfsbereiter Kamerad und Mensch.

 

Die Museumsinitiative des 1. FCK ließ zu Kohlmeyers Ehren mit Unterstützung des DFB, des FCK, des Sportbundes Pfalz und der Initiative Leidenschaft auf dem Hauptfriedhof einen würdigen Gedenkstein mit einer Bronzeplakette errichten. Eingeweiht wurde das Denkmal am 4. Juli 2017, dem Jahrestag des Endspieles von Bern, im Beisein des Weltmeisters Horst Eckel und zahlreicher Vertreter von Stadt, Politik und Sport sowie den Kindern und Enkeln Kohlmeyers. Beim 1. FCK wird Werner Kohlmeyer nicht in Vergessenheit geraten.

 

HW


Alles Gute Ottes – Ottmar Walter wäre heute 95 geworden

 

 

Am 6. März 2019 hätte Ottmar Walter seinen 95. Geburtstag gefeiert. Der Weltmeister von 1954 und Deutsche Meister von 1951 und 1953 gehört zu den großen Idolen des deutschen Fußballs. Auf dem Betzenberg bleibt Ottmar Walter auch knapp sechs Jahre nach seinem Tod unvergessen, nicht nur aufgrund seiner sportlichen Leistungen.

 

Es gibt viele Gründe für die Menschen in der Pfalz und in ganz Deutschland, "Ottes" für immer im Herzen zu tragen. Ottmar Walter war über viele Jahre eine der prägenden Spielerpersönlichkeiten des FCK, für den er zwischen 1941 und 1959 in 321 Pflichtspielen auf dem Platz stand, 336 Tore erzielte und mit dem er 1951 und 1953 Deutscher Meister wurde. Mit seinen über 300 Toren ist und bleibt Ottmar Walter der Rekordtorschütze der Roten Teufel.

 

Zwischen 1950 und 1956 trug er zudem 21-mal das Trikot der deutschen Nationalmannschaft. An der Seite seines Bruders Fritz Walter und seiner FCK-Kameraden Horst Eckel, Werner Liebrich und Werner Kohlmeyer gehörte er der legendären Mannschaft an, die 1954 in Bern im Endspiel 3:2 gegen Ungarn gewann. Zum ersten deutschen WM-Triumph trug Ottmar Walter in fünf Spielen vier Tore bei.

 

Wer den FCK-Rekordtorjäger nur als kleinen Bruder vom "großen Fritz" sieht, der begeht denselben Fehler wie Vater Ludwig. Auch der verkannte zunächst das Talent seines Zweitgeborenen und riet ihm, es mit dem Fußball besser sein zu lassen. Letztlich setzte sich Ottmar Walter durch, nachdem er zwischenzeitlich schon mit einer Karriere als Rennfahrer geliebäugelt hatte. Auf dem Spielfeld gab er nicht nur in Form von atemberaubenden Sprints Gas, sondern definierte die Rolle des Mittelstürmers völlig neu. Obwohl äußerst kopfballstark, suchte er nicht nur im Strafraum sein Glück, sondern eroberte sich die Bälle selbst über die Außen. Dadurch machte er das „Wunder von Bern“ erst möglich. Nicht nur, weil er während der WM-Endrunde vier Treffer erzielte. Auch deshalb, weil er im Finale den ungarischen Abwehrchef Gyula Lorant so sehr beschäftigte, dass Helmut Rahn die entscheidenden Freiräume erhielt. Der Rest ist Geschichte.

 

"Es scheint doch so, dass wir damals etwas Besonderes geschafft haben", erklärte Ottmar Walter im Rückblick. Dass seine Heimatstadt die fünf Weltmeister vom FCK später in "Waltershausen" begrüßte, war offensichtlich nicht allein dem "großen Fritz" zu verdanken. Und dennoch stand Ottmar tatsächlich im Schatten des Älteren. Aber er arrangierte sich mit der Rolle. Weil er seinen Bruder eben auch bewunderte. Und weil beide wussten, dass der Megastar ohne den Superstar kaum in dem Maße glänzen konnte. Das beste Beispiel: Bevor Fritz Walter 1956 sein legendäres Hackentor gegen den SC Wismut Karl-Marx-Stadt erzielte, trat Ottmar die entsprechende Flanke. Und ganz nebenbei war er es, der 1951 mit seinem Doppelpack das 2:1 gegen Preußen Münster und somit die erste Deutsche Meisterschaft für Kaiserslautern erst ermöglichte.

 

Auf dem Betzenberg bleibt Ottmar Walter unvergessen, nicht nur wegen seiner sportlichen Leistungen. Es bleibt auch die Erinnerung an einen großartigen Menschen, der wichtige Werte wie Bodenständigkeit, Vereinstreue und Glaubwürdigkeit vertreten hat. Und daher wünschen wir an seinem 95. Geburtstag von ganzem Herzen: "Alles Gute, Ottes!"

 

hw

 


FVK-Nadel: Bild, Eric Lindon
FVK-Nadel: Bild, Eric Lindon

Der Verein in frühen Jahren – heute vor 110 Jahren Fusion zum FVK

 

Die Kinder- und Jugendzeit unseres 1. FC Kaiserslautern war stürmisch und wechselhaft. Eine Erkenntnis, die für diese Lebensspanne auch privat viele Menschen für sich in Anspruch nehmen können. Warum soll es also bei einem Verein anders sein. Heute vor genau 110 Jahren kam es zu einem Zusammenschluss, der Grundlage für den weiteren Weg des 1.FCK  sein sollte. Am 1. März 1909 schlossen sich der Fußballclub 1900 Kaiserslautern, der Fußballverein Palatia Kaiserslautern e.V. und der Fußballclub Bavaria 1902 zu einem Verein zusammen. Dem FV Kaiserslautern e.V.!

 

Drei namhafte Vereine aus der Barbarossastadt, in deren Reihen die Erkenntnis gewachsen war, dass in den frühen Jahrzehnten des deutschen Vereinswesens im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, Wettbewerbsfähigkeit und Überlebensfähigkeit nur zu sichern waren, wenn sich aus der Kleinteiligkeit heraus Kräfte bündeln lassen. Eine durchaus übliche Praxis in den frühen Jahren des noch jungen 20. Jahrhunderts. Nicht nur in Kaiserslautern oder der Pfalz. Nach einer Pressemitteilung des Pfälzer Anzeigers vom 26. März 1909 brachte die Fusion einen Verein mit rund 250-300 Mitgliedern hervor. Für damalige Verhältnisse ein nicht gerade kleiner Fußballverein.

 

Die drei fusionierten Vereine, die im FVK aufgingen, waren der Fußballclub Kaiserslautern 1900, für dessen Geburt der 2. Juni 1900 als Gründungstag gilt. Der Tag, den heute Experten und Historiker als Geburtsstunde des 1.FCK manifestieren. Gegründet übrigens von Gewerbetreibenden und Handwerkern. Kurioserweise unter anderem auch aus Mannheim und Stuttgart. Der zweite Verein im Bunde an jenem denkwürdigen 1. März 1909, der Fußballverein Palatia Kaiserslautern e.V., der am 4. März 1901 als Fußballclub Palatia 1901 Kaiserslautern maßgeblich von Absolventen der Kreisrealschule gegründet und am 5. November 1907 als FV Palatia e.V. ins Vereinsregister eingetragen wurde. Zuletzt der Fußballclub Bavaria 1902, der am 17. Juli des im Vereinsnamen angegebenen Jahres gegründet wurde. Von 15 Mitgliedern, die schon zwei Jahre nach der Gründung des FC Kaiserslautern 1900 einen eigenen Weg beschreiten wollten, um sich dann mit der Fusion im Jahre 1909 zum FV Kaiserslautern e.V. quasi wieder einzureihen. Auch hier gehörten Vertreter des mittelständischen bis gehobenen Bürgertums zu den Initiatoren. In den Anfängen repräsentierte der Fußball in Kaiserslautern also eher bürgerliches Milieu.

 

Der Zusammenschluss im Jahre 1909 war die zweite von drei Fusionen. Die erste bereits im Jahre 1900, nachdem sich zwei kleinere Vereine zum FC Kaiserslautern 1900 zusammengefunden hatten. Die letzte Fusion wurde am 19. Juni 1929 vollzogen. Damals verschmolz der im Jahr 1910 gegründete Verein Sportverein Phoenix Kaiserslautern mit dem FVK. Man nannte sich zunächst FVK-Phoenix Kaiserslautern bis der Verein sich am 18. Juli 1931 in 1.FC Kaiserslautern umbenannte.

 

mg/el

 


Foto: Heimkehr der Helden
Foto: Heimkehr der Helden

Herzlichen Glückwunsch zum 50. Oliver Schäfer!

 

Der frühere FCK-Verteidiger und aktuelle U19 Trainer des 1.FC Saarbrücken feiert heute einen runden Geburtstag. Oliver Schäfer wird 50! Herzlichen Glückwunsch, lieber Olli, zu Deinem ersten halben Jahrhundert! Der in Lahr (Baden) geborene Oliver Schäfer machte seine ersten fußballerischen Gehversuche beim VfR Allmannsweier und beim Freiburger FC. Mit 20 Jahren unterzeichnete er 1989 beim damaligen Lokalrivalen SC Freiburg seinen ersten Profivertrag, von wo er zur Saison 1991/1992 dann den Weg in die Pfalz fand. Zum frischgebackenen Deutschen Meister. Acht Jahre spielte er auf Deutschlands höchstem Fußballberg. Oliver Schäfer absolvierte im Trikot der Roten Teufel 138 Spiele in der ersten Liga und 19 Partien in Liga zwei.

 

Oliver Schäfer avancierte während seiner Karriere zwar selten zum Stammspieler, lieferte aber stets ehrliche und solide Abwehrarbeit ab. Mit dem FCK wurde Oliver Schäfer Pokalsieger (1996), Meister der zweiten Liga (1997) und Deutscher Meister beim Sensationstitel 1998, als der FCK als Aufsteiger den Titel holte. In seiner letzten FCK-Saison sollte er im letzten Heimspiel gegen den MSV Duisburg noch einmal eine kuriose Einwechslung erfahren. Beim Stand von 3:0 für den FCK forderte die Westkurve Oliver Schäfer. So lange, lautstark und unermüdlich, bis Trainerfuchs Otto Rehhagel ihn für Ratinho brachte und ihm so noch einmal 15 Minuten Einsatzzeit in der Bundesliga bescherte.

 

Im Sommer 1999 wechselte er dann in die Türkei zu Beşiktaş Istanbul. Der damalige Trainer des Stadtvereins vom Bosporus, Hans-Peter Briegel. Bereits nach einem Jahr zog es Oliver Schäfer wieder zurück nach Deutschland zum damaligen Zweitligisten Hannover 96. Im Jahr 2002 dann der Wechsel in die Regionalliga zum 1. FC Saarbrücken, wo er zwei weitere Jahre die Fußballschuhe schnürte. Im Sommer 2004 dann die Rückkehr an den Betzenberg, wo Oliver Schäfer seine beiden letzten Jahre als aktiver Fußballer bei der 2. Mannschaft der Roten Teufel absolvierte.

 

Aber auch nach seinem Karriereende im Jahr 2007 mochte Olli Schäfer die Fußballschuhe noch nicht endgültig an den Nagel hängen. Er blieb dem FCK vorerst treu und wurde Co-Trainer der Oberligamannschaft des 1. FC Kaiserslautern. Mit Beginn der Saison 2009/2010 wurde er dann Co-Trainer und Fitnesstrainer der Profimannschaft und erlangte im Frühjahr 2010 das Fußballlehrerdiplom an der der Deutschen Sporthochschule in Köln. Am 29. August 2013 übernahm er als Interimstrainer die 1. Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern. Unvergessen seine erste Trainingseinheit, als er sich an Platz 4 mit Trillerpfeife bewaffnet auf dem Tribünenpodest aufbaute und quasi aus der Fast-Vogelperspektive den Roten Teufeln lautstark Beine machte. Unter dem neuen Cheftrainer Kosta Runjaic war er seit dem 17. September 2013 wieder als Co-Trainer tätig. Nach dem Rauswurf von Kosta Runjaic, übernahm Oliver Schäfer die Stelle als U23-Trainer beim 1. FC Kaiserslautern. Bis zum Sommer 2016. Verhandlungen zu einer Vertragsverlängerung scheiterten. Mit Beginn der Saison 2017/2018 wechselte Oliver Schäfer wieder zum 1. FC Saarbrücken. Als Nachwuchskoordinator und als Trainer der U19-Mannschaft. Sein Vertrag läuft zunächst noch bis Ende der Saison 2018/2019.

 

Auch privat hat Oliver Schäfer sein zweites Glück gefunden. An der Seite der mehrfachen Bahnrad-Weltmeisterin und Olympiasiegerin Miriam Welte, die seit 2014 ebenfalls das Trikot des 1. FC Kaiserslautern trägt. Das gesamte Museumsteam bedankt sich auf diesem Wege noch einmal für die tollen Exponate. Wir wünschen dem Jubilar und seiner Lebensgefährtin einen entspannten Tag und entsenden noch einmal die besten Glückwünsche zum Geburtstag.

 

mg

 


Zur Erinnerung an den FCK-Torhüter Karl Adam

(04.02.1924-09.07.1999)

 

Im Jahr 1951 wurde der 1.FC Kaiserslautern erstmals Deutscher Fußballmeister. Beim Finalspiel gegen Preußen Münster, das die Roten Teufel mit 2:1 für sich entscheiden konnten, stand der gebürtige Koblenzer Karl Adam zwischen den Pfosten. Der Torhüter der Meistermannschaft von 1951 wäre am heutigen 4. Februar 95 Jahre alt geworden.

 

Seine ersten fußballerischen Gehversuche unternahm Karl Adam beim Koblenzer Stadtteil-Verein SC 07 Moselweiß. Mit 16 Jahren wechselte er 1944 zum TuS Neuendorf und blieb dort bis 1949. Lediglich im Jahr 1944 gehörte er dem Dresdener SC an als Gastspieler an. In diesen Karriereabschnitt gehört auch sein Positionswechsel, der seine fußballerische Laufbahn fortan bestimmen sollte. Der ursprüngliche Mittellläufer wechselte im Jahr 1947 auf die Position des Torhüters. Als solcher heuerte er zur Saison 1949/1950 beim 1.FC Kaiserslautern an, wo er den bisherigen Stammtorhüter Willi Hölz als Nummer eins verdrängte. Nach einigen Fehlern in der Schlussphase der Oberliga-Saison 1950/1951 wurde Karl Adam dann allerdings seinerseits durch den kurzfristig vom 1.FSV Mainz 05 verpflichteten Dieter Schaack im Kasten der Lauterer ersetzt. Verärgert verließ der Keeper den FCK und kehrte zum TuS Neuendorf zurück. Da der aus Mainz geholte neue Keeper aufgrund von Verbands-Regularien jedoch in der Vorrunde um die Deutsche Meisterschaft gar nicht spielberechtigt war, setzte sich der damalige FCK-Trainer Richard Schneider dafür ein Karl Adam zum FCK zurückzuholen.

Richard Schneider hatte kaum eine andere Möglichkeit, als den "Gang nach Canossa" beziehungsweise nach Koblenz anzutreten, da Willi Hölz inzwischen bei der Wormatia in Worms spielte, Schaack gesperrt war - er und der FCK mussten sogar noch Geldstrafen zahlen - und ansonsten der A-Jugend-Torhüter hätte eingesetzt werden müssen. Karl Adam zeigte sich in dieser Situation als guter Sportsmann, ließ den FCK und seinen Trainer nicht abblitzen und zeigte in den Endrundenspielen wieder ausgezeichnete Leistungen. Eine richtige Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Mit ihm als Stammtorhüter qualifizierte sich der 1. FC Kaiserslautern 1951 als Tabellenerster der Vorrunde um die Deutsche Meisterschaft für das Finalspiel in Berlin. Dort bezwang der FCK mit einem 2:1-Sieg Preußen Münster und wurde erstmals Deutscher Fußballmeister. Nach der Meistersaison wechselte Karl Adam wieder zur TuS Neuendorf. 1953 verpflichtete ihn der FC Bayern München. Er kehrte jedoch nach nur zwei Spielzeiten 1955 wieder zum TuS Neuendorf zurück, wo er 1956 seine aktive Laufbahn aufgrund von Knieproblemen beendete.

Spätestens durch das Finalspiel 1951 in Berlin war ihm auch die Aufmerksamkeit von Bundestrainer Sepp Herberger gewiss. Es folgte die Nominierung zur Nationalmannschaft, wo er auf drei Einsätze kam und ohne Gegentor blieb. Doch letztlich konnte sich Karl Adam in der Nationalmannschaft nie wirklich gegen den starken Toni Turek durchsetzen. Karl Adam starb am 9. Juli 1999 im Alter von 75 Jahren in seiner Koblenzer Heimat.

 

mg


Jubiläum zum ersten großen Titel des FC 1900 Kaiserslautern

Auf den Tag heute vor 110 Jahren wurde der FC 1900 Kaiserslautern, der Vorläufer unseres heutigen FCK, erstmals Westkreismeister. Der erste größere Erfolg im Kaiserslauterer Vereinsfußball überhaupt. Im damaligen Westkreis traten in der Spielzeit 1908/1909 lediglich sieben Vereine gegeneinander an, die um die Qualifikation zu der damaligen süddeutschen Meisterschaft spielten. Die Finalrunde um den süddeutschen Fußballmeister setzte sich aus den Meistern aus vier regionalen Kreisen (Nord, Ost, Süd, West) zusammen, bei denen im Norden in zwei und im Osten sogar in drei Staffeln der jeweilige Kreismeister ermittelt wurde.


Delikate Note bei der Westkreismeisterschaft - vier der sieben Vereine kamen aus Ludwigshafen, drei aus Kaiserslautern. Da am Ende der Runde um die Westkreismeisterschaft nach den 12 Punktspielen der FC 1900 Kaiserslautern und der FC Pfalz Ludwigshafen mit jeweils 20:4 Zählern punktgleich an der Tabellenspitze standen, musste die Meisterschaft im damaligen Westkreis in einem Entscheidungsspiel stattfinden. Dieses wurde, aus heutiger Sich nicht minder delikat, an jenem Sonntag, den 31. Januar 1909, auf dem Sportgelände der Mannheimer Fußballgesellschaft 1896 in Mannheim ausgetragen. Dabei bezwang der FC 1900 Kaiserslautern den Rivalen aus der Anilin-Stadt knapp mit 3:2 und zog somit in die Endrunde um die süddeutsche Fußballmeisterschaft ein.

Dort allerdings hatten die Kicker aus Lautern keine Chance und belegten am Ende mit 1:11 Punkten und 9:36 Toren den letzten Tabellenplatz. Süddeutscher Fußballmeister wurde damals der Karlsruher FC Phönix, der auch den Ostkreismeister 1.FC Nürnberg und den Nordkreismeister 1. Hanauer FC 1893 hinter sich ließ. Übrigens, nur knapp einen Monat nach der Erringung des Titels zum Westkreismeister schlossen sich am 1. März der FC 1900 Kaiserslautern, FV Palatia e.V und der FC Bavaria 1902 Kaiserslautern zum FV Kaiserslautern e.V. zusammen.

 

-el/mg-


Erinnerungen an FCK-Stürmer Willi Wenzel

Heute vor 20 Jahren verstarb der ehemalige FCK-Stürmer Willi Wenzel. Der am 12. Oktober 1930 geborene gelernte Angreifer lief vor allem von 1950 bis zu seinem Karriereende im Jahr 1962 für den 1.FC Kaiserslautern auf. Zuvor schnürte er von 1947 bis 1949 schon einmal für den 1.FCK die Fußballschuhe, ehe er für nur eine Spielzeit für den damaligen Südwestrivalen FK Pirmasens spielte. Zur Saison 1950/1951 kehrte er wieder an den Betzenberg zurück. Grade rechtzeitig, möchte man meinen. Als technisch versierter Torjäger avancierte er beim 1.FCK zum Stammspieler und gehörte letztlich der Meistermannschaft von 1953 an. Im Finalspiel 1953 gegen den VfB Stuttgart gelang ihm beim 4:1 Erfolg der Roten Teufel sogar ein Tor. 1954 und 1955 erreichte Willi Wenzel mit dem FCK jeweils auch bis das Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft. Im Jahr des triumphalen WM-Erfolges unterlag der 1.FCK allerdings Hannover 96 mit 1:5 und ein Jahr darauf musste sich der 1.FCK im Finalspiel gegen Rot-Weiß Essen mit 3:4 geschlagen geben. Im Spiel gegen Essen erzielte Wenzel sogar zwei Treffer. Zwischen 1953 und 1956 erzielte er in den drei Spielzeiten in der Südwest-Oberliga insgesamt 23 Tore! Er belegte damit in der Torjägerliste im Südwesten in den Jahren 1955 und 1956 den zweiten Rang. Nach einer längeren Verletzungspause wegen eines Kreuzbandrisses bestritt er seine letzten beiden Ligaspiele in der Saison 1961/62. Insgesamt kam er in 239 Pflichtspielpartien für den 1.FC Kaiserslautern zum Einsatz, in denen er 165 Tore erzielte. Willi Wenzel verstarb am 25. Januar 1999 im Alter von nur 68 Jahren.