Einer der großen Keeper des FCK

Zum 90. Geburtstag von Willi Hölz

16.04.20149

 

Wenn von großen Torwächtern des 1. FC Kaiserslautern die Rede ist, werden sofort die Namen Ronnie Hellström und Gerry Ehrmann genannt.  Zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist hingegen der Torwart der Walter-Mannschaft, Willi Hölz, der mit seinem 1. FCK 1953 deutscher Meister wurde und außerdem 1948, 1954 und 1955 im Endspiel um die deutsche Meisterschaft stand.

Am 16. April 1929 wurde Willi Hölz in Frankenthal geboren. In seiner Heimatstadt entdeckte er seine Liebe zum Fußballspielen und beim VfR Frankenthal wurde man bald auf seine Befähigung zum Torhüter aufmerksam. Auch Fritz Walter überzeugte sich vom Können des jungen Tormannes und holte den 18- jährigen Hölz auf den Betzenberg. Beim 1. FCK wurde er bald Stammtorhüter und erlebte im August 1948 seinen ersten Endspieleinsatz gegen den 1. FC Nürnberg. Im Jahre 1950 erfuhr seine Karriere durch eine Meniskusverletzung eine Unterbrechung. Der 1. FCK verpflichtete Karl Adam während seiner Verletzungspause und Willi Hölz wechselte zu Wormatia Worms. Doch nach zwei Jahren kehrte er in sein Tor auf dem Betzenberg zurück.

1953 erlebte er im Berliner Olympiastadion den Höhepunkt seiner Karriere. Mit dem 4:1-Erfolg über den VfB Stuttgart wurde Hölz mit seinem 1. FCK deutscher Meister. Auch 1954 und 1955 stand er mit der Walter-Mannschaft im deutschen Meisterschaftsendspiel, doch beide Male reichte es nur zur Vize - Meisterschaft.

1957 drehte der Südwestfunk einen Film über Trainingsmethoden beim 1. FC Kaiserslautern ("Das vernagelte Tor"). Noch heute kann man sich beim Studium des Filmes von der Sprungkraft und Reaktionsschnelligkeit des Willi Hölz überzeugen, dessen Spezialität überdies seine kraftvolle, gezielte Faustabwehr war.

Bis 1961 hütete Willi Hölz zuverlässig das Tor des 1. FCK in 290 Oberliga- und Endrundenspielen, ehe er dem jungen Wolfgang Schnarr den Vortritt als "Nummer Eins" lassen musste. Hölz folgte erneut dem Ruf seines ehemaligen Kapitäns Fritz Walter und wurde von 1962 bis 1966 Torwart des ambitionierten Dorfvereins SV Alsenborn. Gemeinsam mit seinen früheren FCK-Kameraden Otto Render und Gerhard Ahrens trug Willi Hölz wesentlich zu den drei Aufstiegen des SV Alsenborn bis zur Regionalliga und somit zum ersten Teil des "Wunders von Alsenborn" bei.

In Alsenborn wurde Willi Hölz ansässig. Er führte hier als Modellbauer einen angesehenen Betrieb. Am 28. August 2010 ist er im Alter von 81 Jahren verstorben - betrauert von zahllosen Freunden und Weggefährten in der ganzen Pfalz. Seine Leistungen, seine geradlinige Persönlichkeit und sein Humor verdienen es, dass er als einer der großen Torhüter in der Geschichte des 1. FCK unvergessen bleibt.

-hw-

 


1:7 in Duisburg!

Der bislang höchste Bundesliga-Auswärtssieg des FCK jährt sich heute zum 25. Mal

10.04.2019

 

Es war der höchste Bundesliga-Auswärtssieg, den der 1.FC Kaiserslautern bis heute eingefahren hat. Am Sonntag, den 10. April 1994 gastierten die Roten Teufel am 30. Spieltag der Saison 93/94 im altehrwürdigen Wedau-Stadion in Duisburg und demontierten die Zebras vor offiziell 24.100 Zuschauern mit 1:7! Ein Spieler rückte bei der Partie besonders in den Mittelpunkt. Ein junger tschechischer Stürmer, der erst in der Winterpause auf den Betzenberg gewechselt war und der beim Gastspiel in Duisburg allein drei der sieben Lauterer Treffer markierte. Pavel Kuka! Insgesamt 8 Tore standen am Ende der Saison auf seinem Konto. Viele denkwürdige und wichtige Treffer sollten in den Folgejahren noch hinzukommen.

 

Martin Wagner eröffnete in der 9. Minute den Torreigen im Wedau-Stadion. Typisch für ihn, mit einem direkt verwandelten Freistoß. Der FCK führte 1:0. Kurioserweise passierte bis zum Halbzeitpfiff auf der Anzeigetafel nichts mehr. Mit der knappen Lauterer Führung gingen beide Mannschaften in die Kabine. Nach dem Wechsel legten die Roten Teufel los wie die Feuerwehr. Binnen 10 Minuten schraubten die Schützlinge von Trainer Friedel Rausch das Ergebnis auf 0:4 hoch. In der 50. Minute war es Pavel Kuka, der nach feiner Vorarbeit von Thomas Hengen nachlegte. Sein Treffer zum 2:0 für den FCK war erst sein zweites Saisontor für die Lauterer. Aber er legte nur wenige Minuten später nach und erzielte nach Vorarbeit von Martin Wagner in der 58. Minute das 0:3. Nur zwei Zeigerumdrehungen später zeigte Schiedsrichter Hans Fux nach einem Foul an Martin Wagner auf den Punkt. Andy Brehme legte sich das Leder zurecht und verwandelte zum 0:4!

 

In der 62. Minute kamen die Zebras zum Anschlusstreffer. Peter Közle, den Trainer Ewald Lienen nach dem Wiederanpfiff brachte, verkürzte mit seinem 12. Saisontor auf 1:4. Doch davon ließen sich die Roten Teufel nicht vom Weg abbringen. Nur sieben Minuten später verwandelte erneut Andy Brehme einen an Pavel Kuka verschuldeten Foulelfmeter zum 1:5 (69.). Stefan Böger musste mit einer glatten roten Karte vom Feld. Die Zebras spielten fortan in Unterzahl und die Roten Teufel blieben auch danach torhungrig. In der 86. Minute vollendete Axel Roos nach Vorarbeit Michael Lusch zum 1:6. Sein zweites Saisontor für den FCK. Es war dann auch Axel Roos, der nur eine Minute später Pavel Kuka bediente, der flinke Tscheche bedankte sich und vollendete zum Endstand von 1:7. Bis heute der höchste Auswärtssieg des 1. FC Kaiserslautern in der Beletage des deutschen Fußballs.

 

Dieser Kantersieg des FCK am 30. Spieltag war jedoch nur ein Highlight. Man darf getrost die gesamte Spielzeit zu den herausragenden Auftritten des FCK zählen. Am Ende war es denkbar knapp. Meister wurde der FC Bayern mit nur einem Pünktchen Vorsprung auf den 1. FC Kaiserslautern. Vor allem die letzten Wochen der Saison hatten es in sich. Am 28. Spieltag rangierten die Pfälzer nach einem 1:1 beim VfB Stuttgart mit 31:25 Zählern noch auf dem 4. Tabellenplatz. Damals war die Drei-Punkte-Regel noch nicht eingeführt. Tabellenführer zu dem Zeitpunkt mit 6 Punkten Vorsprung (37:19), der FC Bayern München. Auf Platz zwei Eintracht Frankfurt mit 33:23 Zählern, auf dem dritten Rang, vor dem FCK, Bayer 04 Leverkusen mit 32:24 Punkten. Am 29. Spieltag empfing der FCK in einer Englischen Woche zuhause den VfB Leipzig. Mit einem mühsamen 1:0 Sieg gegen den späteren Absteiger konnte der FCK auf Leverkusen aufschließen (beide 33:25 Punkte, beide eine Tordifferenz von plus 12). Mit dem Heimsieg gegen Leipzig allerdings eröffneten die Roten Teufel eine Serie von sechs Siegen in Folge.

 

Vom Ergebnis her natürlich herausragend die Partie am 30. Spieltag mit dem Auswärtssieg in Duisburg. Das Saisonhighlight auf dem Betzenberg dann die Partie am 31. Spieltag, als Tabellenführer Bayern München in Kaiserslautern gastierte. Mit 4:0 wurden die Münchner nach Hause geschickt. Der FCK kletterte auf den zweiten Tabellenrang (37:25), zwei Punkte hinter den Münchner Bayern (39:23). Die Vorrundenpartie gegen die Bayern am 30. Oktober 1993 entschieden die Münchner übrigens mit genau dem gleichen Ergebnis vor heimischem Publikum für sich. Am 32. Spieltag folgte ein 2:0 Auswärtssieg in Wattenscheid. Zeitgleich gewann der FC Bayern sein Heimspiel gegen den 1.FC Nürnberg. Ein denkwürdiges Spiel, das durch ein Phantomtor der Bayern annulliert wurde und in die Bundesligageschichte einging. Das Wiederholungsspiel gewannen die Bayern souverän mit 5:0. Am vorletzten Spieltag bezwang der FCK Borussia Dortmund vor heimischem Publikum mit 2:0 und nahm auch am letzten Spieltag mit einem souveränen 1:3 gegen den Hamburger SV beide Punkte aus dem Volksparkstadion mit.

 

Am Ende stand der FC Bayern mit 44:24 Punkten und einer Tordifferenz von plus 31 an der Tabellenspitze, der FCK wurde mit 43:25 Punkten und einer Tordifferenz von plus 28 leider nur Vizemeister. Wäre das sogenannte Phantomtor des FC Bayern bereits in der Partie gegen den Club als solches erkannt worden und hätten die Nürnberger damals einen Punkt aus dem Münchner Olympiastadion entführt, dann wäre der FCK bei der Schlussabrechnung am letzten Spieltag wegen der dann besseren Tordifferenz auf dem ersten Tabellenplatz gelandet. Vorausgesetzt, dass alle weiteren Saisonspiele dann auch so gelaufen wären, wie sie letztlich gelaufen sind. Hätte, hätte, Fahrradkette! Natürlich ist es müßig heute darüber zu diskutieren. Dennoch nagt der Ausgang der Saison 1993/1994 bis heute am FCK-Gemüt. Was bleibt ist der schwache Trost, dass die Roten Teufel damals eine herausragende Saison abgeliefert haben und am Ende Vizemeister wurden, was Ihnen vor der Saison sicher kaum jemand zugetraut hätte. Und es bleibt die Gewissheit, dass der FCK im Endspurt der Saison mit dem 1:7 in Duisburg seinen bis heute höchsten Bundesliga-Auswärtssieg eingefahren hatte. Eine Duftmarke, die sich heute zum 25. Mal jährt.

 

mg

 


Herzlichen Glückwunsch zum 70. Geburtstag, Ernst Diehl!

 

Er gehört bis heute zu einer der herausragenden Spielerpersönlichkeiten, die das Trikot der Roten Teufel trugen. Von 1967 bis 1978 spielte er 314 Mal für den 1.FC Kaiserslautern in der Fußball-Bundesliga und erzielte dabei 18 Tore. Heute wird er 70 Jahre alt. Alles Gute zum runden Geburtstag, Ernst Diehl!

 

Der 1949 in Etschberg, Kreis Kusel, geborene Ernst Diehl kam 1965 von der TSV Etschberg als Defensivspieler in die Jugendabteilung des 1. FC Kaiserslautern. Am 4. November 1967 absolvierte er im Heimspiel gegen den MSV Duisburg seine erste Bundesliga-Partie, die der 1. FCK mit 0:1 verlor. In seiner ersten Bundesligarunde 1967/68 kam er zu immerhin 14 Einsätzen. In seiner zweiten Saison in der Spielzeit 1968/69 gehörte der Nachwuchsspieler mit 33 Ligaspielen bereits zur Stammelf, der die damals noch übliche Position des Vorstoppers übernahm. Mit seiner geradlinigen, zuverlässigen und soliden Spielweise hatte er sich schon bald in die Herzen der FCK-Fans gespielt. Unter Gyula Lóránt, Dietrich Weise und ab 1973 Erich Ribbeck reifte der gebürtige Pfälzer zur Persönlichkeit heran. Unvergessen sicher das legendäre Spiel gegen den FC Bayern München am 20. Oktober 1973, als die Roten Teufel das Münchner Starensemble nach 0:3 und 1:4 noch mit 7:4 vom Betzenberg fegten und Ernst Diehl mit seinem 5:4 den FCK erstmals in Führung brachte ehe Herbert Laumen mit zwei weiteren Treffern für den sensationellen Endstand sorgte.

 

Der 1.FCK qualifizierte sich in den Runden 1971/72 und 1975/76 jeweils mit siebten Rängen für den UEFA-Cup, womit Ernst Diehl sich alsbald auch auf internationalem Parkett präsentieren konnte.. Die Spiele gegen Stoke City, CUF Barreiro, Ararat Erewan, Borussia Mönchengladbach, Famagusta und Feyenoord Rotterdam waren herausragende Erlebnisse in der Karriere des konsequenten Vorstoppers. Die Saison 1977/78 sollte seine letzte sein. Seine letzte beim 1. FCK und seine letzte als Fußballprofi. Nach Saisonende wurde er zum Sportinvaliden erklärt und er begann seine Trainertätigkeit in der Jugendabteilung des 1. FCK.

 

Nach Ende seiner aktiven Fußballerkarriere trainierte er unter anderem die A-Jugend und die Amateure des 1. FC Kaiserslautern und war 1983 zweimal Interimstrainer der Bundesligaelf. 1992 gewann er mit den A-Junioren durch einen 5:1-Sieg gegen den 1. FC Köln die deutsche Junioren-Meisterschaft. Von 1996 bis 1997 war er Co-Trainer von Otto Rehhagel bei den Profis, ehe er danach wieder im Jugendbereich des Roten Teufel wirkte.

 

Mit den Roten Teufeln stand Ernst Diehl übrigens im Jahr 1972 und 1976 auch zweimal im Finale um den DFB-Pokal. Einen titel konnte er mit den Roten Teufeln dabei nicht erringen. Insgesamt absolvierte Ernst Diehl für seinen 1. FC Kaiserslautern sagenhafte 370 Pflichtspiele und schoss dabei 25 Tore. Der 1.FCK war seine einzige Station als Profi-Fußballer. Ein Vita-Prädikat, das heute undenkbar wäre. Das Museumsteam übermittelt Ernst Diehl die herzlichsten Glückwünsche zum heutigen 70. Geburtstag, alles Gute für die Zukunft und hoffentlich noch viele Jahre im Kreise der FCK-Familie.

 

mg

 


Triumph und Verhängnis

Zum 45. Todestag von Weltmeister Werner Kohlmeyer

26.03.2019

 

Fotos und Filmdokumente vom triumphalen Empfang der Weltmeister-Mannschaft 1954 zeigen einen strahlenden Werner Kohlmeyer sowohl am Fenster des Sonderzuges, als auch - gemeinsam mit Sohn und Tochter - im blumengeschmückten Cabrio bei der Jubelfahrt durch Kaiserslautern. Nicht erst seit dem 4. Juli und dem Endspielsieg über Ungarn gehörte Werner Kohlmeyer zu den prominentesten Spielern des 1. FCK - er stand zu diesem Zeitpunkt bereits vier Mal mit der Walter-Mannschaft im Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft, zwei Mal (1951 und 1953) konnte er mit seinen Kameraden den Meistertitel erringen. 1948 und 1954 wurde er - wie auch im darauf folgenden Jahr 1955 - Vizemeister. Seit 1941 spielte der am 19. April 1924 geborene Lauterer für den 1. FCK und 1951 berief ihn Bundestrainer Sepp Herberger erstmals in die Nationalmannschaft.

 

Werner Kohlmeyer war indes nicht nur ein vorzüglicher Fußballspieler, sondern ein sportliches Multitalent. Bereits in den frühen Vierzigerjahren erreichte er bei Leichtathletik - Wettkämpfen im Weit- und Hochsprung hervorragende Platzierungen und nach dem Krieg wurde er sogar Pfalzmeister im Fünfkampf. Gerne und ausdauernd spielte er auch Tischtennis. Seine Schnelligkeit, seine Technik, sein kämpferischer Einsatz und seine Kopf-ballstärke prädestinierten ihn für den Stammplatz des linken Verteidigers. Dabei entwickelte er auch Qualitäten im Offenspiel und er konnte so manches wichtige Tor erzielen.

 

Seinen Kriegseinsatz ab 1943 überstand Kohlmeyer unbeschadet und nach Kriegsende kehrte er - wie Fritz und Ludwig Walter - bald in seine Heimatstadt zurück. Als Fritz Walter im Herbst 1945 mit dem Aufbau und Training einer neuen 1. FCK - Mannschaft begann, gehörte Werner Kohlmeyer zu den Stützen dieser künftigen "Walter - Elf". Beruflich fand der gelernte Lohnbuchhalter Kohlmeyer eine sichere Anstellung bei Kammgarnspinnerei Kaiserslautern. 1946 heiratete er seine Carola, ein Junge und zwei Mädchen gingen aus der Ehe hervor. Nach den Meisterschaften mit seinem 1. FCK erlebte Werner Kohlmeyer mit dem WM - Triumph von Bern den Höhepunkt seiner Karriere; er erhielt Anerkennung in jeder nur denkbaren Form und ein glückliches Leben schien sich für ihn abzuzeichnen.

 

Doch es sollte ganz anders kommen. Seine Kinder erinnern sich, dass die Familie nach der Rückkehr des Vaters aus der Schweiz mit Geschenken überhäuft wurde - neben einem neuen Kühlschrank, einer Waschmaschine, einem Fernsehgerät und einer Nähmaschine gab es sogar einen Goggo-Roller. "Unser Vater und auch die anderen Weltmeister waren nicht darauf vorbereitet, wie man mit dem Ruhm und all dem Lob umzugehen hat", sagte seine Tochter rückblickend. Werner Kohlmeyer, von Tochter und Sohn übereinstimmend als liebevoller Vater bezeichnet, der mit seinen Kindern gerne Ball und Tischtennis spielte, Wild-West-Romane verschlang, Süßspeisen liebte und gelegentlich einmal musizierte - er konnte Geige, Akkordeon und Klavier spielen - veränderte sich. Seine Leidenschaft für das Skatspiel steigerte sich zur Spielsucht, sein Konsum an Alkohol und Zigaretten stieg, falsche Freunde und gewissenlose Schulterklopfer verleiteten ihn zum Glücksspiel. Kohlmeyers Gutmütigkeit wurde ihm zum Verhängnis.

 

Der von ehemaligen  FCK - Spielern und Bekannten als vorbildlicher und zuverlässiger Kamerad, im Spiel oft als "Retter in höchster Not" geschilderte Kohlmeyer verbrachte immer mehr Zeit in Gaststätten, Probleme in der Firma führten zum Verlust des Arbeitsplatzes und schließlich zerstritt er sich mit seinem Trainer beim 1. FCK, mit Richard Schneider. 1957 endet Kohlmeyers großartige Laufbahn beim 1. FCK.  262 Oberliga- und 38 Endrundenspiele hatte er für seinen Verein bestritten, an insgesamt fünf Meisterschaftsendspielen teilgenommen und 22 Einsätze für die deutsche Nationalmannschaft absolviert. Bis 1960 war er noch für den FC Homburg und für Bexbach am Ball, ehe er 1963 beim SV Morlautern seine Fußballerlaufbahn beendete.

 

Werner Kohlmeyers Suchtverhalten führte in die soziale Isolation; 1965 wurde die Ehe geschieden, Leidtragende waren seine Frau und die Kinder.  Freunde, die ihm helfen wollten, wehrte er aus falschem Stolz ab, Sepp Herberger vermittelte ihm noch einmal eine Arbeitsstelle - vergebens. Krankheitsbedingt konnte er seine eigene Situation nicht mehr realistisch einschätzen; die Aufforderung, sich in ärztliche Betreuung und in eine Entziehungskur zu begeben, wies er von sich.

 

Werner Kohlmeyer verließ Kaiserslautern, selbst seine Kinder und sein Freund Fritz Walter wussten längere Zeit nicht, wo er sich aufhielt. Als Bauhilfsarbeiter schlug er sich durch, ehe er als Pförtner in einem Verlagshaus in Mainz eine Anstellung fand, die ihm eine neue, eine letzte Chance eröffnete. In dieser Phase seines Lebens begab er sich in ärztliche Obhut. Seine Mutter zog zu ihm in die kleine Wohnung nach Mainz, um ihn zu unterstützen, zu versorgen. Er gewann Abstand vom Alkohol und gestand sich ein, dass die Zeit seines größten sportlichen Triumphes seinen Absturz einleitete. "Alles, was danach kam, war ein einziges vergeudetes Wochenende", soll er gesagt haben.

 

In den frühen Morgenstunden des 26. März 1974 starb der deutsche Meister und Weltmeister Werner Kohlmeyer in seiner Wohnung in Mainz nach einer Herzattacke - kurz vor seinem 50. Geburtstag. Werner Kohlmeyer, der untadelige Sportsmann und großartige Fußballer, hat es gerade vor dem Hintergrund seiner einmaligen Leistungen, wie auch seines gebrochenen Lebensweges verdient, in bester Erinnerung behalten zu werden. Seine Suchterkrankung mit all ihren Folgen kann und darf nicht verdrängen, wer Werner Kohlmeyer war: Eine liebenswerter, gutmütiger und stets hilfsbereiter Kamerad und Mensch.

 

Die Museumsinitiative des 1. FCK ließ zu Kohlmeyers Ehren mit Unterstützung des DFB, des FCK, des Sportbundes Pfalz und der Initiative Leidenschaft auf dem Hauptfriedhof einen würdigen Gedenkstein mit einer Bronzeplakette errichten. Eingeweiht wurde das Denkmal am 4. Juli 2017, dem Jahrestag des Endspieles von Bern, im Beisein des Weltmeisters Horst Eckel und zahlreicher Vertreter von Stadt, Politik und Sport sowie den Kindern und Enkeln Kohlmeyers. Beim 1. FCK wird Werner Kohlmeyer nicht in Vergessenheit geraten.

 

HW


Alles Gute Ottes – Ottmar Walter wäre heute 95 geworden

 

 

Am 6. März 2019 hätte Ottmar Walter seinen 95. Geburtstag gefeiert. Der Weltmeister von 1954 und Deutsche Meister von 1951 und 1953 gehört zu den großen Idolen des deutschen Fußballs. Auf dem Betzenberg bleibt Ottmar Walter auch knapp sechs Jahre nach seinem Tod unvergessen, nicht nur aufgrund seiner sportlichen Leistungen.

 

Es gibt viele Gründe für die Menschen in der Pfalz und in ganz Deutschland, "Ottes" für immer im Herzen zu tragen. Ottmar Walter war über viele Jahre eine der prägenden Spielerpersönlichkeiten des FCK, für den er zwischen 1941 und 1959 in 321 Pflichtspielen auf dem Platz stand, 336 Tore erzielte und mit dem er 1951 und 1953 Deutscher Meister wurde. Mit seinen über 300 Toren ist und bleibt Ottmar Walter der Rekordtorschütze der Roten Teufel.

 

Zwischen 1950 und 1956 trug er zudem 21-mal das Trikot der deutschen Nationalmannschaft. An der Seite seines Bruders Fritz Walter und seiner FCK-Kameraden Horst Eckel, Werner Liebrich und Werner Kohlmeyer gehörte er der legendären Mannschaft an, die 1954 in Bern im Endspiel 3:2 gegen Ungarn gewann. Zum ersten deutschen WM-Triumph trug Ottmar Walter in fünf Spielen vier Tore bei.

 

Wer den FCK-Rekordtorjäger nur als kleinen Bruder vom "großen Fritz" sieht, der begeht denselben Fehler wie Vater Ludwig. Auch der verkannte zunächst das Talent seines Zweitgeborenen und riet ihm, es mit dem Fußball besser sein zu lassen. Letztlich setzte sich Ottmar Walter durch, nachdem er zwischenzeitlich schon mit einer Karriere als Rennfahrer geliebäugelt hatte. Auf dem Spielfeld gab er nicht nur in Form von atemberaubenden Sprints Gas, sondern definierte die Rolle des Mittelstürmers völlig neu. Obwohl äußerst kopfballstark, suchte er nicht nur im Strafraum sein Glück, sondern eroberte sich die Bälle selbst über die Außen. Dadurch machte er das „Wunder von Bern“ erst möglich. Nicht nur, weil er während der WM-Endrunde vier Treffer erzielte. Auch deshalb, weil er im Finale den ungarischen Abwehrchef Gyula Lorant so sehr beschäftigte, dass Helmut Rahn die entscheidenden Freiräume erhielt. Der Rest ist Geschichte.

 

"Es scheint doch so, dass wir damals etwas Besonderes geschafft haben", erklärte Ottmar Walter im Rückblick. Dass seine Heimatstadt die fünf Weltmeister vom FCK später in "Waltershausen" begrüßte, war offensichtlich nicht allein dem "großen Fritz" zu verdanken. Und dennoch stand Ottmar tatsächlich im Schatten des Älteren. Aber er arrangierte sich mit der Rolle. Weil er seinen Bruder eben auch bewunderte. Und weil beide wussten, dass der Megastar ohne den Superstar kaum in dem Maße glänzen konnte. Das beste Beispiel: Bevor Fritz Walter 1956 sein legendäres Hackentor gegen den SC Wismut Karl-Marx-Stadt erzielte, trat Ottmar die entsprechende Flanke. Und ganz nebenbei war er es, der 1951 mit seinem Doppelpack das 2:1 gegen Preußen Münster und somit die erste Deutsche Meisterschaft für Kaiserslautern erst ermöglichte.

 

Auf dem Betzenberg bleibt Ottmar Walter unvergessen, nicht nur wegen seiner sportlichen Leistungen. Es bleibt auch die Erinnerung an einen großartigen Menschen, der wichtige Werte wie Bodenständigkeit, Vereinstreue und Glaubwürdigkeit vertreten hat. Und daher wünschen wir an seinem 95. Geburtstag von ganzem Herzen: "Alles Gute, Ottes!"

 

hw

 


FVK-Nadel: Bild, Eric Lindon
FVK-Nadel: Bild, Eric Lindon

Der Verein in frühen Jahren – heute vor 110 Jahren Fusion zum FVK

 

Die Kinder- und Jugendzeit unseres 1. FC Kaiserslautern war stürmisch und wechselhaft. Eine Erkenntnis, die für diese Lebensspanne auch privat viele Menschen für sich in Anspruch nehmen können. Warum soll es also bei einem Verein anders sein. Heute vor genau 110 Jahren kam es zu einem Zusammenschluss, der Grundlage für den weiteren Weg des 1.FCK  sein sollte. Am 1. März 1909 schlossen sich der Fußballclub 1900 Kaiserslautern, der Fußballverein Palatia Kaiserslautern e.V. und der Fußballclub Bavaria 1902 zu einem Verein zusammen. Dem FV Kaiserslautern e.V.!

 

Drei namhafte Vereine aus der Barbarossastadt, in deren Reihen die Erkenntnis gewachsen war, dass in den frühen Jahrzehnten des deutschen Vereinswesens im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, Wettbewerbsfähigkeit und Überlebensfähigkeit nur zu sichern waren, wenn sich aus der Kleinteiligkeit heraus Kräfte bündeln lassen. Eine durchaus übliche Praxis in den frühen Jahren des noch jungen 20. Jahrhunderts. Nicht nur in Kaiserslautern oder der Pfalz. Nach einer Pressemitteilung des Pfälzer Anzeigers vom 26. März 1909 brachte die Fusion einen Verein mit rund 250-300 Mitgliedern hervor. Für damalige Verhältnisse ein nicht gerade kleiner Fußballverein.

 

Die drei fusionierten Vereine, die im FVK aufgingen, waren der Fußballclub Kaiserslautern 1900, für dessen Geburt der 2. Juni 1900 als Gründungstag gilt. Der Tag, den heute Experten und Historiker als Geburtsstunde des 1.FCK manifestieren. Gegründet übrigens von Gewerbetreibenden und Handwerkern. Kurioserweise unter anderem auch aus Mannheim und Stuttgart. Der zweite Verein im Bunde an jenem denkwürdigen 1. März 1909, der Fußballverein Palatia Kaiserslautern e.V., der am 4. März 1901 als Fußballclub Palatia 1901 Kaiserslautern maßgeblich von Absolventen der Kreisrealschule gegründet und am 5. November 1907 als FV Palatia e.V. ins Vereinsregister eingetragen wurde. Zuletzt der Fußballclub Bavaria 1902, der am 17. Juli des im Vereinsnamen angegebenen Jahres gegründet wurde. Von 15 Mitgliedern, die schon zwei Jahre nach der Gründung des FC Kaiserslautern 1900 einen eigenen Weg beschreiten wollten, um sich dann mit der Fusion im Jahre 1909 zum FV Kaiserslautern e.V. quasi wieder einzureihen. Auch hier gehörten Vertreter des mittelständischen bis gehobenen Bürgertums zu den Initiatoren. In den Anfängen repräsentierte der Fußball in Kaiserslautern also eher bürgerliches Milieu.

 

Der Zusammenschluss im Jahre 1909 war die zweite von drei Fusionen. Die erste bereits im Jahre 1900, nachdem sich zwei kleinere Vereine zum FC Kaiserslautern 1900 zusammengefunden hatten. Die letzte Fusion wurde am 19. Juni 1929 vollzogen. Damals verschmolz der im Jahr 1910 gegründete Verein Sportverein Phoenix Kaiserslautern mit dem FVK. Man nannte sich zunächst FVK-Phoenix Kaiserslautern bis der Verein sich am 18. Juli 1931 in 1.FC Kaiserslautern umbenannte.

 

mg/el

 


Foto: Heimkehr der Helden
Foto: Heimkehr der Helden

Herzlichen Glückwunsch zum 50. Oliver Schäfer!

 

Der frühere FCK-Verteidiger und aktuelle U19 Trainer des 1.FC Saarbrücken feiert heute einen runden Geburtstag. Oliver Schäfer wird 50! Herzlichen Glückwunsch, lieber Olli, zu Deinem ersten halben Jahrhundert! Der in Lahr (Baden) geborene Oliver Schäfer machte seine ersten fußballerischen Gehversuche beim VfR Allmannsweier und beim Freiburger FC. Mit 20 Jahren unterzeichnete er 1989 beim damaligen Lokalrivalen SC Freiburg seinen ersten Profivertrag, von wo er zur Saison 1991/1992 dann den Weg in die Pfalz fand. Zum frischgebackenen Deutschen Meister. Acht Jahre spielte er auf Deutschlands höchstem Fußballberg. Oliver Schäfer absolvierte im Trikot der Roten Teufel 138 Spiele in der ersten Liga und 19 Partien in Liga zwei.

 

Oliver Schäfer avancierte während seiner Karriere zwar selten zum Stammspieler, lieferte aber stets ehrliche und solide Abwehrarbeit ab. Mit dem FCK wurde Oliver Schäfer Pokalsieger (1996), Meister der zweiten Liga (1997) und Deutscher Meister beim Sensationstitel 1998, als der FCK als Aufsteiger den Titel holte. In seiner letzten FCK-Saison sollte er im letzten Heimspiel gegen den MSV Duisburg noch einmal eine kuriose Einwechslung erfahren. Beim Stand von 3:0 für den FCK forderte die Westkurve Oliver Schäfer. So lange, lautstark und unermüdlich, bis Trainerfuchs Otto Rehhagel ihn für Ratinho brachte und ihm so noch einmal 15 Minuten Einsatzzeit in der Bundesliga bescherte.

 

Im Sommer 1999 wechselte er dann in die Türkei zu Beşiktaş Istanbul. Der damalige Trainer des Stadtvereins vom Bosporus, Hans-Peter Briegel. Bereits nach einem Jahr zog es Oliver Schäfer wieder zurück nach Deutschland zum damaligen Zweitligisten Hannover 96. Im Jahr 2002 dann der Wechsel in die Regionalliga zum 1. FC Saarbrücken, wo er zwei weitere Jahre die Fußballschuhe schnürte. Im Sommer 2004 dann die Rückkehr an den Betzenberg, wo Oliver Schäfer seine beiden letzten Jahre als aktiver Fußballer bei der 2. Mannschaft der Roten Teufel absolvierte.

 

Aber auch nach seinem Karriereende im Jahr 2007 mochte Olli Schäfer die Fußballschuhe noch nicht endgültig an den Nagel hängen. Er blieb dem FCK vorerst treu und wurde Co-Trainer der Oberligamannschaft des 1. FC Kaiserslautern. Mit Beginn der Saison 2009/2010 wurde er dann Co-Trainer und Fitnesstrainer der Profimannschaft und erlangte im Frühjahr 2010 das Fußballlehrerdiplom an der der Deutschen Sporthochschule in Köln. Am 29. August 2013 übernahm er als Interimstrainer die 1. Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern. Unvergessen seine erste Trainingseinheit, als er sich an Platz 4 mit Trillerpfeife bewaffnet auf dem Tribünenpodest aufbaute und quasi aus der Fast-Vogelperspektive den Roten Teufeln lautstark Beine machte. Unter dem neuen Cheftrainer Kosta Runjaic war er seit dem 17. September 2013 wieder als Co-Trainer tätig. Nach dem Rauswurf von Kosta Runjaic, übernahm Oliver Schäfer die Stelle als U23-Trainer beim 1. FC Kaiserslautern. Bis zum Sommer 2016. Verhandlungen zu einer Vertragsverlängerung scheiterten. Mit Beginn der Saison 2017/2018 wechselte Oliver Schäfer wieder zum 1. FC Saarbrücken. Als Nachwuchskoordinator und als Trainer der U19-Mannschaft. Sein Vertrag läuft zunächst noch bis Ende der Saison 2018/2019.

 

Auch privat hat Oliver Schäfer sein zweites Glück gefunden. An der Seite der mehrfachen Bahnrad-Weltmeisterin und Olympiasiegerin Miriam Welte, die seit 2014 ebenfalls das Trikot des 1. FC Kaiserslautern trägt. Das gesamte Museumsteam bedankt sich auf diesem Wege noch einmal für die tollen Exponate. Wir wünschen dem Jubilar und seiner Lebensgefährtin einen entspannten Tag und entsenden noch einmal die besten Glückwünsche zum Geburtstag.

 

mg

 


Zur Erinnerung an den FCK-Torhüter Karl Adam

(04.02.1924-09.07.1999)

 

Im Jahr 1951 wurde der 1.FC Kaiserslautern erstmals Deutscher Fußballmeister. Beim Finalspiel gegen Preußen Münster, das die Roten Teufel mit 2:1 für sich entscheiden konnten, stand der gebürtige Koblenzer Karl Adam zwischen den Pfosten. Der Torhüter der Meistermannschaft von 1951 wäre am heutigen 4. Februar 95 Jahre alt geworden.

 

Seine ersten fußballerischen Gehversuche unternahm Karl Adam beim Koblenzer Stadtteil-Verein SC 07 Moselweiß. Mit 16 Jahren wechselte er 1944 zum TuS Neuendorf und blieb dort bis 1949. Lediglich im Jahr 1944 gehörte er dem Dresdener SC an als Gastspieler an. In diesen Karriereabschnitt gehört auch sein Positionswechsel, der seine fußballerische Laufbahn fortan bestimmen sollte. Der ursprüngliche Mittellläufer wechselte im Jahr 1947 auf die Position des Torhüters. Als solcher heuerte er zur Saison 1949/1950 beim 1.FC Kaiserslautern an, wo er den bisherigen Stammtorhüter Willi Hölz als Nummer eins verdrängte. Nach einigen Fehlern in der Schlussphase der Oberliga-Saison 1950/1951 wurde Karl Adam dann allerdings seinerseits durch den kurzfristig vom 1.FSV Mainz 05 verpflichteten Dieter Schaack im Kasten der Lauterer ersetzt. Verärgert verließ der Keeper den FCK und kehrte zum TuS Neuendorf zurück. Da der aus Mainz geholte neue Keeper aufgrund von Verbands-Regularien jedoch in der Vorrunde um die Deutsche Meisterschaft gar nicht spielberechtigt war, setzte sich der damalige FCK-Trainer Richard Schneider dafür ein Karl Adam zum FCK zurückzuholen.

Richard Schneider hatte kaum eine andere Möglichkeit, als den "Gang nach Canossa" beziehungsweise nach Koblenz anzutreten, da Willi Hölz inzwischen bei der Wormatia in Worms spielte, Schaack gesperrt war - er und der FCK mussten sogar noch Geldstrafen zahlen - und ansonsten der A-Jugend-Torhüter hätte eingesetzt werden müssen. Karl Adam zeigte sich in dieser Situation als guter Sportsmann, ließ den FCK und seinen Trainer nicht abblitzen und zeigte in den Endrundenspielen wieder ausgezeichnete Leistungen. Eine richtige Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Mit ihm als Stammtorhüter qualifizierte sich der 1. FC Kaiserslautern 1951 als Tabellenerster der Vorrunde um die Deutsche Meisterschaft für das Finalspiel in Berlin. Dort bezwang der FCK mit einem 2:1-Sieg Preußen Münster und wurde erstmals Deutscher Fußballmeister. Nach der Meistersaison wechselte Karl Adam wieder zur TuS Neuendorf. 1953 verpflichtete ihn der FC Bayern München. Er kehrte jedoch nach nur zwei Spielzeiten 1955 wieder zum TuS Neuendorf zurück, wo er 1956 seine aktive Laufbahn aufgrund von Knieproblemen beendete.

Spätestens durch das Finalspiel 1951 in Berlin war ihm auch die Aufmerksamkeit von Bundestrainer Sepp Herberger gewiss. Es folgte die Nominierung zur Nationalmannschaft, wo er auf drei Einsätze kam und ohne Gegentor blieb. Doch letztlich konnte sich Karl Adam in der Nationalmannschaft nie wirklich gegen den starken Toni Turek durchsetzen. Karl Adam starb am 9. Juli 1999 im Alter von 75 Jahren in seiner Koblenzer Heimat.

 

mg


Jubiläum zum ersten großen Titel des FC 1900 Kaiserslautern

Auf den Tag heute vor 110 Jahren wurde der FC 1900 Kaiserslautern, der Vorläufer unseres heutigen FCK, erstmals Westkreismeister. Der erste größere Erfolg im Kaiserslauterer Vereinsfußball überhaupt. Im damaligen Westkreis traten in der Spielzeit 1908/1909 lediglich sieben Vereine gegeneinander an, die um die Qualifikation zu der damaligen süddeutschen Meisterschaft spielten. Die Finalrunde um den süddeutschen Fußballmeister setzte sich aus den Meistern aus vier regionalen Kreisen (Nord, Ost, Süd, West) zusammen, bei denen im Norden in zwei und im Osten sogar in drei Staffeln der jeweilige Kreismeister ermittelt wurde.


Delikate Note bei der Westkreismeisterschaft - vier der sieben Vereine kamen aus Ludwigshafen, drei aus Kaiserslautern. Da am Ende der Runde um die Westkreismeisterschaft nach den 12 Punktspielen der FC 1900 Kaiserslautern und der FC Pfalz Ludwigshafen mit jeweils 20:4 Zählern punktgleich an der Tabellenspitze standen, musste die Meisterschaft im damaligen Westkreis in einem Entscheidungsspiel stattfinden. Dieses wurde, aus heutiger Sich nicht minder delikat, an jenem Sonntag, den 31. Januar 1909, auf dem Sportgelände der Mannheimer Fußballgesellschaft 1896 in Mannheim ausgetragen. Dabei bezwang der FC 1900 Kaiserslautern den Rivalen aus der Anilin-Stadt knapp mit 3:2 und zog somit in die Endrunde um die süddeutsche Fußballmeisterschaft ein.

Dort allerdings hatten die Kicker aus Lautern keine Chance und belegten am Ende mit 1:11 Punkten und 9:36 Toren den letzten Tabellenplatz. Süddeutscher Fußballmeister wurde damals der Karlsruher FC Phönix, der auch den Ostkreismeister 1.FC Nürnberg und den Nordkreismeister 1. Hanauer FC 1893 hinter sich ließ. Übrigens, nur knapp einen Monat nach der Erringung des Titels zum Westkreismeister schlossen sich am 1. März der FC 1900 Kaiserslautern, FV Palatia e.V und der FC Bavaria 1902 Kaiserslautern zum FV Kaiserslautern e.V. zusammen.

 

-el/mg-


Erinnerungen an FCK-Stürmer Willi Wenzel

Heute vor 20 Jahren verstarb der ehemalige FCK-Stürmer Willi Wenzel. Der am 12. Oktober 1930 geborene gelernte Angreifer lief vor allem von 1950 bis zu seinem Karriereende im Jahr 1962 für den 1.FC Kaiserslautern auf. Zuvor schnürte er von 1947 bis 1949 schon einmal für den 1.FCK die Fußballschuhe, ehe er für nur eine Spielzeit für den damaligen Südwestrivalen FK Pirmasens spielte. Zur Saison 1950/1951 kehrte er wieder an den Betzenberg zurück. Grade rechtzeitig, möchte man meinen. Als technisch versierter Torjäger avancierte er beim 1.FCK zum Stammspieler und gehörte letztlich der Meistermannschaft von 1953 an. Im Finalspiel 1953 gegen den VfB Stuttgart gelang ihm beim 4:1 Erfolg der Roten Teufel sogar ein Tor. 1954 und 1955 erreichte Willi Wenzel mit dem FCK jeweils auch bis das Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft. Im Jahr des triumphalen WM-Erfolges unterlag der 1.FCK allerdings Hannover 96 mit 1:5 und ein Jahr darauf musste sich der 1.FCK im Finalspiel gegen Rot-Weiß Essen mit 3:4 geschlagen geben. Im Spiel gegen Essen erzielte Wenzel sogar zwei Treffer. Zwischen 1953 und 1956 erzielte er in den drei Spielzeiten in der Südwest-Oberliga insgesamt 23 Tore! Er belegte damit in der Torjägerliste im Südwesten in den Jahren 1955 und 1956 den zweiten Rang. Nach einer längeren Verletzungspause wegen eines Kreuzbandrisses bestritt er seine letzten beiden Ligaspiele in der Saison 1961/62. Insgesamt kam er in 239 Pflichtspielpartien für den 1.FC Kaiserslautern zum Einsatz, in denen er 165 Tore erzielte. Willi Wenzel verstarb am 25. Januar 1999 im Alter von nur 68 Jahren.