Foto: Archiv Thomas Butz
Foto: Archiv Thomas Butz
Ein Meister macht das halbe Jahrhundert voll

Joachim Stadler feiert heute seinen 50. Geburtstag

 

Seine ersten fußballerischen Gehversuche machte Joachim Stadler beim SV Aglasterhausen. Weitere Jugendstationen waren der SV Waldhof Mannheim, der FV Mosbach und der SV Schwetzingen. Zur Saison 1989/1990 wechselte der gebürtige Mosbacher mit 19 Jahren zum 1. FC Kaiserslautern. Gleich zu Beginn der Saison zog er sich bei einem Intertoto-Spiel gegen Rapid Wien eine schwere Knieverletzung mit anschließender Infektion zu und fiel knapp sieben Monate aus.

 

Dennoch blieb seine erste Saison am Betzenberg ein sportliches Highlight. Mit dem 1. FCK schaffte es Joachim Stadler ins DFB-Pokalfinale und wurde mit den Roten Teufeln sensationell Pokalsieger. Auch die Spielzeit 1990/1991 lief für Joachim Stadler und seine Teamkollegen optimal. Der FCK holte sich unter Trainer Kalli Feldkamp den dritten Meistertitel! Auch wenn der 1,91 m große Verteidiger in den beiden Spielzeiten am Betzenberg trotz der langwierigen Verletzung nur auf insgesamt 20 Partien und ein Tor kam, man kann sich für die ersten zwei Jahre der eigenen Profikarriere wahrlich eine schlechtere Bilanz vorstellen.

 

Zur Saison 1991/1992 wechselte Joachim Stadler vom Betzenberg zum Bökelberg. Auch bei Borussia Mönchengladbach führte der Weg gleich in der ersten Saison ins DFB-Pokalendspiel. Allerdings unterlag Gladbach gegen den damaligen Zweitligisten Hannover 96 nach Elfmeterschießen. 1995 stand er mit der Borussia erneut im Pokalendspiel, durfte am Ende jedoch jubeln. Gladbach schlug den VfL Wolfsburg klar mit 3:0. Bis 1997 blieb Joachim Stadler der Borussia treu und erzielte in 79 Spielen ein Tor.

 

1997 wechselte er dann zum SSV Ulm 1846 in die Regionalliga Süd. Auf Anhieb schaffte er mit Ulm den Aufstieg in die 2. Bundesliga wo er 29-mal für die „Ulmer Spatzen“ auflief. Dank des Durchmarsches der Ulmer in der Saison 1998/1999 in die Bundesliga konnte Joachim Stadler noch einmal Erstliga-Fußball spielen. In seiner letzten Bundesligasaison 1999/2000 trug er noch 31-mal das Ulmer Trikot, konnte jedoch den direkten Abstieg des SSV nicht verhindern.

 

Er wechselte daraufhin für ein halbes Jahr nach Griechenland. Beim FC Augsburg, musste er in der Regionalliga 2003 seine Karriere aufgrund einer erneuten schweren Knieverletzung beenden. Insgesamt bestritt er 130 Bundesligaspiele und 47 Zweitligaspiele und erzielte insgesamt 3 Tore. In seiner Zeit als Profi beim 1. FC Kaiserslautern und bei Borussia Mönchengladbach absolvierte er 14 Länderspiele mit der U21-Nationalmannschaft und erzielte im Spiel in England ein Tor. Ab 2011 war Stadler als Jugendtrainer tätig und ist seit 2013 Leiter des Nachwuchszentrums beim SV Sandhausen. Joachim Stadler feiert heute seinen 50. Geburtstag. Das Museumsteam und die gesamte FCK-Familie gratulieren ganz herzlich!


Foto: Archiv Eric Lindon
Foto: Archiv Eric Lindon

Mit dem Defensivgaranten in die Bundesliga

Zum 80. Geburtstag von Willi Kostrewa

 

Er kam 1962 von Eintracht Gelsenkirchen an den Betzenberg und hatte nicht unwesentlichen Anteil daran, dass der FCK im Jahr 1963 zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga gehörte. Gemeint ist der Defensivspezialist Willi Kostrewa, der von 1962 bis 1967 das Trikot der Roten Teufel trug und während seiner Zeit am Betzenberg insgesamt 67 Spiele für den FCK absolvierte, 54 davon in der Bundesliga. Heute wäre Willi Kostrewa 80 Jahre alt geworden.

 

Seine fußballerische Laufbahn begann der in Gelsenkirchen-Ückerdorf geborenbe Willi Kostrewa bei seinem Stadtteilverein Eintracht Gelsenkirchen. Höherklassig spielte er dort erstmals in der 2. Liga West in der Spielzeit 1958/1959. Nach seinen ersten Jahren in der dortigen Jugend spielte er sofort in der 1. Mannschaft der Blau-Roten aus dem Gelsenkirchener Süden. Der Abwehrspieler spielte bei der Eintracht mit weiteren Talenten wie Ernst Kuster, Franz-Josef Sarna, Rainer Schönwälder, Karl-Heinz Bente und Heinz Pliska zusammen. Finanzielle Zwänge machten aber regelmäßig den Verkauf von Hoffnungsträgern notwendig, so dass der angestrebte Aufstieg in die Oberliga West nicht realisiert werden konnte. Willi Kostrewa absolvierte für Gelsenkirchen von 1958 bis 1962 in der 2. Liga West 104 Ligaspiele und erzielte dabei fünf Tore.

 

Zur Saison 1962/1963 verließ Kostrewa seine Heimat und wechselte in die Pfalz zum 1. FC Kaiserslautern, der zu dieser Zeit noch in der Oberliga Südwest spielte. Mit Trainer Günter Brocker qualifizierten sich die Roten Teufel als Meister der Oberliga Südwest für die neugeschaffene Fußball-Bundesliga. Kostrewa hatte mit 19 Einsätzen und einem Torerfolg seinen Anteil daran. In der Oberliga hatte er am 19. August 1962 bei einer 2:4-Auswärtsniederlage bei Saar 05 Saarbrücken als Mittelläufer im damaligen WM-System debütiert. Am 30. Spieltag, den 12. Mai 1963, als der FCK die Runde mit einem 9:1-Auswärtserfolg beim SC Ludwigshafen beendete, bildete er mit Roland Kiefaber ein absolut sattelfestes Verteidiger-Duo. In die Endrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft 1963 starteten die Roten Teufel am 25. Mai im Südweststadion in Ludwigshafen mit einem 1:1 gegen Hertha BSC. In allen sechs Gruppenspielen in der Endrunde gegen Berlin, 1. FC Köln und 1. FC Nürnberg vertraute Trainer Günter Brocker auf sein Defensiv-Duo Kiefaber - Kostrewa.

 

Am 31. August 1963, dem zweiten Spieltag der Bundesligasaison 1963/1964, debütierte der damals 23-jährige Willi Kostrewa in der Bundesliga bei der 2:3-Heimspielniederlage gegen den FC Schalke 04. Bis 1967 gehörte Kostrewa den Roten Teufeln an. Der FCK befand sich in diesen Jahren permanent im Abstiegskampf. Als in der Saison 1966/1967 dem FCK unter Trainer Gyula Lóránt der Vormarsch auf den 5. Rang glückte, kam Willi Kostrewa nicht mehr zum Einsatz. Sein letztes Bundesligaspiel für den FCK bestritt er am 23. April 1966 bei einer 1:2-Heimniederlage gegen den Bundesligaaufsteiger FC Bayern München. Schiedsrichter Horst Herden verwies damals gleich vier Spieler des Feldes: Jürgen Neumann, Uwe Klimaschefski und Willi Wrenger auf Seiten des FCK sowie Dieter Koulmann vom FC Bayern München.

 

Vom Betzenberg zog es Willi Kostrewa dann an die Mosel. Ab der Saison 1967/1968 trat er für die Koblenzer TuS Neuendorf in der zweitklassigen Regionalliga Südwest an. In seiner ersten Saison in Koblenz wurde Willi Kostrewa mit seinen Mannschaftskollegen die Vizemeisterschaft im Südwesten. In der Bundesliga-Aufstiegsrunde bestritt er alle acht Gruppenspiele gegen Kickers Offenbach, Bayer Leverkusen, Tennis Borussia Berlin und Arminia Hannover. In seiner zweiten Spielzeit am Oberwerth konnte er infolge von Verletzungsproblemen lediglich noch fünf Ligaspiele bestreiten. Am 8. Dezember 1968 absolvierte er seinen letzten Regionalligaeinsatz als Einwechselspieler bei einem 2:0-Heimerfolg gegen den SVW Mainz.

 

Willi Kostrewa starb am 17. Juli 2016 im Alter von 76 Jahren. Am heutigen 14. Januar wäre er 80 Jahre alt geworden.

 

mg

 


Foto: Archiv Thomas Butz
Foto: Archiv Thomas Butz

Im Strafraum ein echter Wirbelwind

Am 2. Januar wäre Hannes Riedl 70 Jahre alt geworden

02.01.2020

 

Er gehört bis heute zweifellos zu einer der sympathischsten Betze-Persönlichkeiten der zurückliegenden Jahrzehnte. Johannes Riedl, den alle stets nur liebevoll Hannes nannten und der sich nach seinem Wechsel zum Betzenberg im Jahr 1974 schnell in die Herzen der Fans spielte. Aber auch seine Bodenständigkeit und seine Geradlinigkeit brachten dem offensiven Mittelfeldmann viele Sympathien ein. Trotz oder gerade wegen seiner geringen Körpergröße zeichnete er sich durch seine quirlige und zielstrebige Spielweise aus, mit der er vor und im gegnerischen Strafraum häufig zu einem echten Wirbelwind avancierte und die ihm für den FCK immerhin 31 Pflichtspiel-Tore in der Fußballbundesliga einbrachte. Insgesamt 215 Mal lief er zwischen 1974 und 1981 dabei für die Roten Teufel auf.

 

Geboren wurde Hannes Riedl in Holzweißig (Sachsen-Anhalt), aufgewachsen ist er quasi vor den Toren Kaiserslauterns, in der Schuhstadt Pirmasens. Auf dem Horeb, beim damaligen Regionalligisten FK 03 Pirmasens, begann seine fußballerische Karriere. Das schnelle, bewegliche und ballgewandte Laufwunder zog dort bald interessierte Blicke auf sich. Vor allem nachdem er am 4. Februar 1968 in der deutschen Jugend-Fußballnationalmannschaft beim Qualifikationsspiel für das UEFA-Juniorenturnier in Heilbronn gegen Spanien debütiert hatte. Doch bis er beim FCK auf dem Betzenberg landete, sollte es noch einige Jahre dauern. 1968 zog es Hannes Riedl im Alter von 18 Jahren zunächst zum MSV Duisburg, wo er erstmals Bundesligaluft schnuppern durfte. Vier Jahre lang spielte Hannes Riedl für die Meidericher, erzielte dabei in 120 Partien 9 Tore. Im Sommer 1972 wechselte der er dann von der Wedau an die Spree und heuerte für zwei Spielzeiten bei Hertha BSC Berlin an. In 52 Bundesliga-Spielen und in 2 Partien im DFB-Pokal trug er dabei das Trikot der alten Dame Hertha, für die er 3 Bundesligatore erzielte.

 

1974 folgte dann der Wechsel zurück in die Pfalz, zum 1. FC Kaiserslautern. In seiner ersten Saison am Betzenberg absolvierte er unter Trainer Erich Ribbeck alle 34 Bundesligaspiele und traf immerhin sechsmal. Sein erstes Tor für den FCK markierte er am 27. September 1974 beim Heimspiel gegen Tennis Borussia Berlin. Mit seinem Treffer zum 2:0 für den FCK kurz nach der Halbzeitpause, brachte er die Roten Teufel auf die Siegerstraße. Der FCK gewann am Ende gegen den späteren Absteiger mit 4:0! Hannes Riedl fühlte sich pudelwohl in Lautern, war von Anfang an Stammspieler und rief Spielzeit für Spielzeit seine Leistungen ab. In seiner Zeit beim 1. FC Kaiserslautern wurde er am 22. Februar 1977 beim Länderspiel in Orleans gegen Frankreich (0:1) in die deutsche B-Nationalmannschaft berufen. Er war zwischenzeitlich vom Flügelflitzer zum laufstarken Mittelfeldspieler umgeschult worden. Quasi gesetzt war Hannes Riedl auch unter Trainer Karl-Heinz Feldkamp, der im Sommer 1978 Erich Ribbeck am Betzenberg ablöste. Doch ab der Saison 1979/1980 nahmen die Einsatzzeiten für Hannes Riedl ab. Zum Ende der Spielzeit 1980/1981 wurde der leidenschaftliche Kämpfer dann leider aussortiert, schied im Groll und wechselte zunächst zu Arminia Bielefeld.

 

Auf der Alm trug er in der Bundesliga in zwei Spielzeiten 45-mal das Arminen-Trikot, erzielte sechs Tore. 1983 wechselte er dann für ein Jahr zu Kickers Offenbach an den Bieberer Berg, wo er neun Bundesligaspiele absolvierte. Sein letzte Bundesligapartie datiert vom 13. März 1984, als er mit Kickers Offenbach bei Bayern München mit 0:9 Toren eine krachende Niederlage erfuhr. Die Kickers stiegen am Ende der Saison als Tabellenvorletzter ab. Hannes Riedl verließ den Verein und wechselte im Alter von 34 Jahren im Jahr 1984 dann wieder in den Südwesten. Zurück in die Pfalz zum damaligen Oberligisten SV Edenkoben, wo er seine aktive Spielerlaufbahn nach der Saison 1984/1985 beendete. Während der Spielzeit 1989/1990 übernahm er dort das Traineramt von Hans-Günter Neues, wurde mit Edenkoben Meister der Oberliga Südwest und nahm an den Aufstiegsspielen für die 2. Bundesliga teil. Allerdings entließ man ihn dort mitten in der Aufstiegsrunde, nachdem er das Vereins-Präsidium kritisiert hatte. Das schnelle Aus einer Trainerkarriere schon bei der ersten Trainerstation.

 

Im April 1996 war es der damalige Präsident Norbert Thines, der Hannes Riedl zurück zum Betzenberg holte, wo er einige Jahre als Fanbeauftragter des 1. FCK arbeitete. Dort ackerte auf dem grünen Rasen zu diesem Zeitpunkt bereits ein zweiter talentierter Fußballer aus dem Hause Riedl. Sohn Thomas, der von 1995 bis 1999 und später noch einmal von 2001 bis 2006 das Trikot der Roten Teufel trug. Im Gegensatz zu Sohn Thomas war es Vater Hannes nie vergönnt mit dem FCK einen Titel zu holen. Zweimal stand er mit Lautern im DFB-Pokalfinale. 1976 unterlagen die Roten Teufel im Frankfurter Waldstadion mit 0:2 gegen den Hamburger SV und 1981 im Stuttgarter Neckarstadion mit 1:3 gegen Eintracht Frankfurt. Im Finale 1981 war es Hannes Riedl noch nicht einmal vergönnt dabei sein zu dürfen, Trainer Karl-Heinz Feldkamp verzichtete auf eine Kadernominierung. Ein Stachel, der lange tief saß. Hannes Riedl kam während seiner Karriere bei seinen fünf Bundesligastationen MSV Duisburg (120), Hertha BSC (52), 1. FC Kaiserslautern (215), Arminia Bielefeld (45) und Kickers Offenbach (9) kam auf insgesamt 441 Bundesligaspiele, erzielte dabei 49 Tore. Für den 1. FC Kaiserslautern absolvierte er bis 1981 in der Bundesliga, im DFB-Pokal und im UEFA-Cup insgesamt 251 Pflichtspiele, in denen er 39 Tore erzielen konnte.

 

Mit einer Anstellung beim Dynamikum in seiner Heimatstadt Pirmasens fand Hannes Riedl dann beruflich, wie privat wieder zurück in die Erfolgsspur. Der sympathische Familienmensch verstarb dann völlig unerwartet am 19. August 2010 im Alter von nur 60 Jahren. Ein herber Schlag für die Familie und ein herber Verlust für die FCK-Familie. Am 2. Januar wäre Hannes Riedl 70 Jahre alt geworden.

 

mg