Foto: Archiv Eric Lindon
Foto: Archiv Eric Lindon

Der "Hexer" mit dem Torinstinkt

Der ehemalige FCK-Stürmer feiert heute seinen 75. Geburtstag

23.02.2020

 

Eine große deutsche Boulevard-Zeitung verlieh ihm einst den Spitznamen "Hexer", weil er angeblich die Krimis von Edgar Wallace so sehr schätzte. Gemeint ist Karl-Heinz Vogt, der 1969 vom damaligen Regionalligisten 1. FC Saarbrücken an den Betzenberg kam und bis 1974 das Trikot der Roten Teufel trug. Bei den Saarländern Saarbrücken verpasste Karl-Heinz Vogt 1966 und 1967 den Aufstieg in die Bundesliga erst in der Aufstiegsrunde. Nach seinem Wechsel zum FCK avancierte er in der Spielzeit 1970/1971 zum besten Torjäger der Roten Teufel und belegte am Ender der Saison bei der Jagd nach der Torjäger-Kanone in der Torschützenliste den zweiten Platz hinter dem Oberhausener Lothar Kobluhn. Heute wird Karl-Heinz Vogt 75 Jahre alt.

 

Während seiner Zeit am Betzenberg erzielte Karl-Heinz Vogt in 109 Pflichtspielen für die Roten Teufel 44 Tore. Herausragend dabei seine zweite Spielzeit, als er mit 22 Treffern nicht nur Vize-Torschützenkönig der Bundesliga wurde, sondern auch der bis heute erfolgreichste FCK-Torjäger innerhalb einer Bundesliga-Saison. 22 Tore in einer Saison schaffte bislang nur noch Klaus Toppmöller in der Saison 1975/1976. Gemeinsam mit Wolfgang Schäfer (1985 für Bayer Uerdingen) und Robert Lewandowski (2016 für den FC Bayern München), hält Karl-Heinz Vogt noch einen weiteren Liga-Rekord, als er nach der Winterpause Anfang des Jahres 1971 alleine die ersten sechs FCK-Tore erzielte. Beim 2:0 Heimsieg gegen Hertha BSC, beim 2:0 Auswärtserfolg in Dortmund und beim torreichen 5:2 Heimsieg gegen Rot-Weiß Essen. In der letztgenannten Partie markierte er auch noch den Treffer zum 4:2 für den FCK. 1972 erreichte Karl-Heinz Vogt mit dem 1. FC Kaiserslautern das DFB-Pokal-Finale, wo er jedoch erst in der 55. Minute für Idriz Hošić eingewechselt wurde. Es war die zweite Finalteilnahme des FCK nach 1961. Doch auch in diesem Endspiel musste der FCK sich geschlagen geben. Sage und schreibe 0:5 hieß es am Ende gegen den FC Schalke 04. In den folgenden Spielzeiten ließ die Torausbeute von Karl-Heinz Vogt wieder nach und er verlor schließlich seinen Stammplatz.

 

1974 wechselte er zum VfR Bürstadt in die Amateurliga Hessen, wo er nochmals über 100 Tore in der damaligen dritten Liga erzielte. 1975 wurde er mit seinem Verein Deutscher Amateurmeister. Im Finale erzielte er alle drei Treffer beim 3:0 gegen den SC Victoria Hamburg. 1976 schaffte er es mit Bürstadt erneut ins Finale, diesmal musste man sich nach einer 0:1-Niederlage gegen den SV Holzwickede mit dem zweiten Platz begnügen. Von Bürstadt aus wechselte der Angreifer dann 1976 schließlich zum FC Homburg, in die 2. Bundesliga-Süd, wo er jedoch nur noch auf 7 Einsätze kam und nur noch einen Treffer markieren konnte. Nach nur einer Saison verließ er die Saarländer wieder. Dies war gleichzeitig seine letzte Profistation. Später arbeitete Karl-Heinz Vogt als Trainer im Amateurbereich. Ab 1977 war er Spielertrainer im lothringischen Stiring-Wendel, sowie bei den Vereinen SV Niederauerbach und SF Walsheim. Hauptberuflich war er aber über 30 Jahre lang in Homburg bei der Karlsberg Brauerei tätig. Zu seinem heutigen 75. Geburtstag auch vom gesamten Museumsteam die herzlichsten Glückwünsche.

 

mg


Vom Rhein über die Pfalz nach Berlin

Der Lauterer Abwehrspieler Jürgen Rumor feiert seinen 75. Geburtstag

19.02.2020

 

Der im nordrhein-westfälischen Bergneustadt geborene Jürgen Rumor kam 1968 zum 1. FC Kaiserslautern und absolvierte bis zu seinem Wechsel zu Hertha BSC im Sommer 1970 insgesamt 69 Pflichtspiele für die Roten Teufel, davon 63 in der Bundesliga und 6 im DFB-Pokal. Der Abwehrspieler erzielte dabei 3 Treffer für den FCK. Seine fußballerischen Wurzeln liegen indessen beim rheinischen Namensvetter aus der Domstadt. Beim 1. FC Köln spielte Jürgen Rumor bereits als Jugendlicher in mehreren Auswahlmannschaften und wurde im Frühjahr 1963 als A-Junior sogar in die deutsche Jugendnationalmannschaft berufen. Heute feiert Jürgen Rumor seinen 75. Geburtstag.

 

Während seiner Kölner Zeit wurde das Abwehrtalent bereits zur Gründung der Fußball-Bundesliga im Sommer 1963 in den Profikader des 1. FC Köln aufgenommen. Köln gewann die erste Meisterschaft der Liga, wobei Jürgen Rumor allerdings zu keinem Einsatz gekommen war. Im DFB-Pokal kam er am 20. Mai 1964 bei der 2:4-Auswärtsniederlage bei Hertha BSC zu einem ersten Profi-Einsatz. In der Bundesliga debütierte Jürgen Rumor am fünften Spieltag der zweiten Bundesligasaison bei einem 4:2-Heimerfolg gegen den späteren Meister SV Werder Bremen. Im Lauf der Saison kamen noch 11 weitere Bundesligaeinsätze hinzu. Am Ende der zweiten Bundesligasaison wurde Köln immerhin Vizemeister. Jürgen Rumor hatte in 12 Spielen mitgewirkt und kam auch im Europapokal der Landesmeister für den "Effze" in den Spielen gegen Partizan Tirana und Panathinaikos Athen im November 1964 zum Einsatz. Von 1964 bis 1968 kam der Abwehrspieler insgesamt zu 56 Ligaspielen und erzielte dabei 1 Tor. Als der 1. FC Köln 1968 den DFB-Pokal gewann, hatte er Einsätze in der 1. Runde gegen den FC Homburg (4:1) und im Halbfinale gegen Borussia Dortmund (3:0). In seiner Zeit beim 1. FC Köln wurde er am 16. November 1966 außerdem einmal vom DFB zur Juniorennationalmannschaft U 23 berufen.

 

Im Sommer 1968 wechselte Jürgen Rumor von der Domstadt am Rhein in die Pfalz auf den Betzenberg. Mit ihm kam seinerzeit auch noch Jürgen Friedrich von Eintracht Frankfurt zur Mannschaft des damaligen Trainers Egon Piechaczek. Zum Saisonstart am 17. August 1968 debütierten die zwei Neuzugänge bei einer 0:2-Auswärtsniederlage beim FC Bayern München in der Bundesligamannschaft der Roten Teufel. Am Saisonende belegte der FCK mit 30:38-Punkten den 15. Tabellenplatz und konnte sich so den Verbleib in der Beletage des deutschen Fußballs sichern. Jürgen Rumor hatte dabei in 33 Spielen (1 Tor) mitgeholfen, dass der FCK ein weiteres Jahr Bundesligafußball erleben durfte. Trainer Piechaczek wurde dann im Mai 1969 durch Dietrich Weise abgelöst. Daran konnte auch das Vordringen im DFB-Pokal bis in das Halbfinale nichts ändern.

 

Jürgen Rumor war in allen Pokalspielen gegen den FC Freiburg (1:0), Eintracht Frankfurt (1:0), den SV Werder Bremen (3:0) und in den beiden Spielen im Halbfinale gegen den FC Schalke 04 für Lautern im Einsatz gewesen. Im Wiederholungsspiel am 13. Mai 1969 verlor der FCK das Halbfinale mit 1:3 in Schalke. Auch in der Intertoto-Runde vom 28. Juni bis 2. August 1969 hatte Jürgen Rumor die Farben des FCK gegen Malmö FF, Olympique Marseille und Servette Genf vertreten. Mit der Bilanz seiner ersten Saison in der Pfalz schaffte er den Sprung zum Bundesligastammspieler. In seinem zweiten Jahr in Kaiserslautern kehrte Trainer Gyula Lóránt zurück. Mit den drei Neuzugängen Klaus Ackermann, Fritz Fuchs und Dieter Krafczyk wurde der Spielerkader verstärkt. Die Mannschaft hatte aber insbesondere durch das Bundesligadebüt des jungen Seppl Pirrung nach dessen zweijähriger Leidenszeit enormen Auftrieb erhalten. Der 1. FC Kaiserslautern belegte am Ende der Saison mit 32:36-Punkten den 10. Rang und Jürgen Rumor hatte in 30 Ligaeinsätzen zwei Tore erzielt.

 

1970 wechselte er nach Berlin zum Bundesligadritten Hertha BSC und erreichte mit der Hertha in seiner ersten Spielzeit gleich den 3. Platz in der Bundesliga. Leider gehörte er zu den Spielern, die am Bundesliga-Skandal 1971 beteiligt waren. Dafür wurde er mit einer lebenslangen Sperre und einer Geldbuße in Höhe von 15.000 DM bestraft. Die Sperre trat am 23. Januar 1972 in Kraft, am 26. November 1973 wurde er jedoch begnadigt. Wenige Monate vor dem Skandal hatte Jürgen Rumor eine chemische Reinigung in Berlin als zweites berufliches Standbein übernommen, das er danach ausbaute. Nach seiner Sperre folgte er einer Anfrage des Zweitligisten (Regionalliga) Tennis Borussia Berlin, mit dem er in die Bundesliga aufstieg. Doch im vorletzten Spiel der Aufstiegsrunde zog er sich eine schwere Meniskusverletzung zu. Nachdem er in der darauffolgenden Saison aufgrund der Verletzung erst wieder zum Ende der Vorrunde zum Einsatz kam, war er in der Rückrunde Stammspieler und Kapitän und erzielte sechs Tore. Den Abstieg des Vereins in die inzwischen gegründete 2. Bundesliga konnte er indes nicht verhindern. Nach der Saison beendete er endgültig seine Profikarriere. Insgesamt spielte Rumor 163 Mal in der Bundesliga und erzielte dabei 10 Tore. Zu seinem heutigen 75. Geburtstag vom gesamten Museumsteam die herzlichsten Glückwünsche.

 

mg

 


Foto: Archiv Eric Lindon
Foto: Archiv Eric Lindon

Es reichte nur für einmal Bundesliga

Der ehemalige FCK-Abwehrspieler Werner Glaß wird heute 70 Jahre alt

18.02.2020

 

Werner Glaß trug immerhin 6 Jahre lang das Trikot der Roten Teufel. Seit 1964 gehörte er der Jugend des 1. FC Kaiserslautern an. 1968 kam er dann zu den FCK-Profis, für die er am 5. April 1969 sein Pflichtspieldebüt gab. Beim 3:0 gegen den SV Werder Bremen wurde er in der 73. Spielminute für Jürgen Friedrich eingewechselt. Am 23. August 1969 kam er zu seinem Bundesligadebüt, als er von Trainer Gyula Lóránt im Spiel gegen Rot-Weiß Oberhausen in der 84. Minute für Fritz Fuchs eingewechselt wurde. Die Partie endete mit einem torlosen Remis. Dieses Spiel blieb in seiner gesamten weiteren Karriere sein einziges Bundesligaspiel. Heute feiert Werner Glaß seinen 70. Geburtstag.

 

Nach seiner ersten Profi-Saison am Betzenberg gewann Werner Glaß in der Saison 1969/70 mit den FCK-Amateuren die Vizemeisterschaft in der 1. Amateurliga Südwest und nahm deshalb im Mai/Juni 1970 am Wettbewerb um die deutsche Amateurmeisterschaft teil. Das Heimspiel gegen den 1. FC Lichtenfels endete 1:1, das Rückspiel wurde mit 1:2 nach Verlängerung verloren. Am 27. März 1970 hatte er auch die Farben der Südwest-Verbandsauswahl im Wettbewerb um den Länderpokal gegen Bremen (1:0 n. V.) vertreten. Werner Glaß wechselte zur Saison 1970/1971 vom Betzenberg zum Erbsenberg und kickte fortan erst einmal für den VfR Kaiserslautern. Mit dem Team vom Erbsenberg errang er in der ersten Spielzeit die Vizemeisterschaft in der Amateurliga Südwest. In den Spielen um die deutsche Amateurmeisterschaft scheiterte er mit seiner Mannschaft im Mai/Juni 1971 gegen die SF 05 Saarbrücken (1:1, 0:3).

 

In der darauffolgenden Saison schloss sich der Abwehrspieler der Eintracht aus Bad Kreuznach an. Mit seinem neuen Verein gewann er auf Anhieb die Meisterschaft im Südwesten. Die Kreuznacher scheiterten aber in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga. In seiner zweiten Spielzeit an der Nahe wurde Werner Glaß mit Eintracht Bad Kreuznach wieder Meister, setzte sich dann auch in der Aufstiegsrunde gegen die Konkurrenten FC Ensdorf und die SpVgg Andernach durch und stieg in die zweitklassige Fußball-Regionalliga Südwest auf. Im letzten Jahr der zweitklassigen Regionalliga debütierte Werner Glaß am 11. August 1973 mit Kreuznach bei einer 0:2-Heimniederlage gegen den ASV Landau in der Zweitklassigkeit. Da ab 1974/1975 die 2. Fußball-Bundesliga an den Start ging, Kreuznach aber lediglich ein Jahr Regionalliga vorweisen konnte, musste Werner Glaß mit seinem Verein ab diesem Jahr wieder im Amateurbereich im Südwesten antreten. Mit dem Meisterschaftsgewinn und einer erfolgreichen Aufstiegsrunde stieg die Kreuznacher Eintracht zur Saison 1975/76 in die 2. Bundesliga auf.

 

Werner Glaß kam dort in 13 Spielen zum Einsatz. Am Ende der Saison stieg Bad Kreuznach aber als 19. mit 23:53-Punkten mit dem SSV Reutlingen, FC Schweinfurt 05 und dem freiwillig die Lizenz zurückgebenden Mainz 05, in das Amateurlager ab. Bis 1978 war Werner Glaß bei Bad Kreuznach noch aktiv. Er stand auch beim Auswärtsspiel gegen den Karlsruher SC (1:3) im Wildparkstadion in der 1. Hauptrunde um den DFB-Pokal am 5. August 1978 für Kreuznach auf dem Rasen. Im Jahr darauf beendete Werner Glaß seine Karriere als aktiver Spieler. Vom gesamten Museumsteam zum heutigen runden Geburtstag die besten Glückwünsche.

 

mg

 


Foto: Archiv Eric Lindon
Foto: Archiv Eric Lindon

Seine Durchschlagskraft war ein Trumpf

Heute wäre der FCK-Meisterspieler Karl Wanger 90 Jahre alt geworden

09.02.2020

 

Er gehörte zu den eher unauffälligen aber dennoch zuverlässigen Sportsmännern und vorbildlichen Charakteren der berühmten Walter-Elf der 1950er Jahre. Der aus Roxheim stammende Karl Wanger kam 1950 vom VfL Neustadt zum 1. FC Kaiserslautern und wurde gleich in seiner ersten Spielzeit am Betzenberg Deutscher Meister. Heute wäre Karl Wanger 90 Jahre alt geworden.

 

Karl Wanger ging fußballerisch aus der Nachwuchs-Abteilung des SV 1914 Roxheim hervor und spielte bereits als 16-jähriger mit seinem Heimatverein Landesliga. 1948 wechselte er von dort zum damaligen Oberligisten VfL Neustadt ins Schöntal-Stadion. Für den VfL Dort absolvierte er in der Oberliga Südwest 38 Ligaspiele und erzielte dabei 12 Tore. 1950 wechselte er dann zum 1. FC Kaiserslautern. Fritz Walter höchstpersönlich war es, der auf den talentierten Fußballer aufmerksam geworden war. In seiner ersten Saison auf dem Betzenberg wurde der offensive Linksaußen mit dem FCK prompt Deutscher Meister. Auch wenn er an jenem 30. Juni 1951 im Endspiel gegen Preußen Münster im Berliner Olympiastadion nicht aufgestellt war, hatte er einen nicht unbedeutenden Anteil an der Meisterschaft. In der Endrunde spielte er in allen sechs Spielen, erzielte dabei ein Tor und war auch zuvor in der Oberliga Südwest Stammspieler beim FCK. Der Beginn einer erfolgreichen Zeit beim westpfälzischen Oberligisten.

 

1953 wurde Karl Wanger mit den "Roten Teufeln" dann gleich zum zweiten Mal Deutscher Meister. Im Endspiel gegen den VfB Stuttgart erzielte er beim 4:1 Sieg sogar ein Tor gegen die Schwaben. Nach der Führung durch Fritz-Walter in der 37. Minute traf Karl Wanger nach der Pause zum 2:0 für den FCK. 1954 und 1955 erreichte Karl Wanger mit dem 1. FC Kaiserslautern zwar jeweils auch das Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft, doch in beiden Partien musste der FCK als Verlierer vom Platz gehen. 1954 unterlag die Walter-Elf Hannover 96 mit 1:5 und 1955 Rot-Weiß Essen mit 3:4. Karl Wanger blieb bis 1957 beim FCK, für den er in insgesamt 158 Oberligaspielen immerhin 92 Tore erzielte.

 

Danach wechselte er zum Ligakonkurrenten VfR Frankenthal. 1961 stieg er mit den Frankenthalern aus der Oberliga ab, es folgte der direkte Wiederaufstieg. Für den VfR war Karl Wanger dann bis 1963 aktiv und kam dabei auf weitere 100 Oberligaspiele mit 26 Toren. Insgesamt werden für den ehemaligen Linksaußen in der Fußball-Oberliga Südwest 296 Spiele mit 130 Toren gelistet. Dazu kommen noch 24 Einsätze in den Endrunden um die deutsche Meisterschaft in der Zeit zwischen 1951 und 1956, mit insgesamt sechs Treffern.

 

Nachdem er seine Karriere in Frankenthal beendet hatte, führte er eine Gaststätte in Roxheim und betätigte sich nebenbei als Spielertrainer beim örtlichen SV 1914 Roxheim, wo er als Jugendlicher mit dem Fußballsport begonnen hatte. Ohne schon damals zu wissen, dass er einmal zum erfolgreichsten Fußballer Bobenheim-Roxheims avancieren würde. Am 5. Januar 2000 starb Karl Wanger nur knapp einen Monat vor der Vollendung seines 70. Lebensjahres. Heute wäre er 90 Jahre alt geworden.

 

mg

 


Foto: Archiv Thomas Butz
Foto: Archiv Thomas Butz

Ein Deutscher Meister wird 55

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Frank Lelle!

04.02.2020

 

Wieder feiert ein deutscher Meister aus den 1990er Jahren einen runden Geburtstag. Frank Lelle wird heute 55! Der in Hermersberg geborene Defensiv- und Mittelfeldspieler machte seine ersten fußballerischen Gehversuche beim heimischen SV Hermersberg. Nach Stationen beim FK Pirmasens und beim SV Rodalben kam er dann im Jahr 1986 an den Betzenberg, wo er sich zunächst in der zweiten Mannschaft einen Platz sichern konnte. Am 15. April 1987 folgte dann sein erster Einsatz bei den Profis der Roten Teufel. In einem denkwürdigen Bundesligaspiel gegen den SV Waldhof Mannheim verlor der FCK mit 3:4 im Ludwigshafener Südwest-Stadion! Ein Spiel gegen den Rivalen aus der Quadrate-Stadt, das bis heute die Gemüter der FCK-Fans in Wallung bringt. Am Ende der Saison belegte Frank Lelle mit dem FCK Rang 7 in der Bundesliga. Bis 1993 blieb Frank Lelle bei den Roten Teufeln, absolvierte dabei 85 Bundesligaspiele für den FCK und erzielte 8 Tore. Heute wird Frank Lelle 55 Jahre alt.

 

Ende der 1980er Jahre tat sich der FCK mehrfach schwer in der Bundesliga zu bestehen. 1988 stand der FCK am Ende nur auf Platz 14, ein Jahr drauf immerhin auf Platz 9. In der Saison 1989/1990 roch es lange nach Abstieg rund um den Betzenberg. Bis im Frühjahr 1990 Karl-Heinz-Feldkamp auf dem Trainerstuhl Platz nahm. Die Mannschaft schaffte unter dem routinierten Trainerfuchs den Klassenerhalt und landete auf Platz 12. Im DFB-Pokal kam der FCK bis ins Finale, wo die Roten Teufel in einem denkwürdigen Spiel den haushohen Favoriten Werder Bremen mit 3:2 bezwangen und erstmals Pokalsieger wurden. In der Startelf mit dabei, Frank Lelle. Der nur 1,78m große Mittelfeldmann war im Berliner Olympiastadion mit seiner soliden Spielweise ein wichtiger Leistungsträger und Garant für den überraschenden aber letztlich hochverdienten Sieg. Ein Jahr später wurde Frank Lelle mit dem FCK in einer sensationellen Spielzeit in einem Dauerduell gegen die Münchner Bayern sogar überraschend aber ebenso hochverdient Deutscher Meister. Ein Titel für die Ewigkeit! Drei Tore steuerte Frank Lelle in der Meistersaison zum Titelgewinn bei, wobei er aufgrund von Verletzungen nur auf 13 Einsätze gekommen war.

 

In der darauffolgenden Saison stand er auch beim legendären 3:1-Sieg gegen den FC Barcelona im Europapokal der Landesmeister in der Startaufstellung. Sicher auch in seiner Vita eine der ambivalentesten Begegnungen überhaupt. Mit 3:0 führte der FCK am heimischen Betzenberg gegen die katalanische Startruppe, hatte damit die 2:0 Niederlage aus dem Hinspiel bereits egalisiert und wäre so für die Gruppenphase qualifiziert gewesen. Doch die Spanier trafen in der Schlussminute und sicherten sich damit ihrerseits das Weiterkommen. Fußball kann auch grausam sein! Insgesamt kam Frank Lelle beim FCK mit Einsätzen in der Bundesliga, dem DFB-Pokal, UEFA-Cup, Europapokal der Pokalsieger, Europapokal der Landesmeister und Super-Cup auf 99 Pflichtspiele! 1993 wechselte er dann zum FC Homburg wo er seine Karriere 1995 auch beendete.

 

Nach seinem Karriereende als Profispieler arbeitete Frank Lelle zunächst als Trainer der A-Jugend beim FK Pirmasens, von 1998 bis 2000 dann als Trainer der ersten Mannschaft. Im Jahr 2000 wurde er Co-Trainer von Stefan Kuntz. Bis 2002 zunächst beim Karlsruher SC, danach bis 2003 beim SV Waldhof Mannheim und beim LR Ahlen. 2008 kehrte Frank Lelle zurück an den Betzenberg und wurde Leiter des FCK-Nachwuchsleistungszentrums. Zuvor war er als Scout für Nachwuchsspieler bei der Spielerberatungsfirma Stars & Friends tätig gewesen. Während der Trainer der zweiten Mannschaft des FCK, Alois Schwartz, Interimstrainer bei den Profis war (Mai bis Juni 2009), trainierte Frank Lelle das Team und betreute es in den letzten sechs Ligaspielen der Regionalligasaison 2008/09. Anfang 2013 wurde er von Konrad Fünfstück als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums abgelöst und wechselte in den Scouting-Bereich beim FCK. Ende Juni 2014 verließ er den Verein. Aktuell ist er als Scout bei Borussia Mönchengladbach tätig. Das gesamte Museumsteam gratuliert heute ganz herzlich zum Geburtstag.

 

mg

 


Foto: Archiv Thomas Butz
Foto: Archiv Thomas Butz
Ein Meister macht das halbe Jahrhundert voll

Joachim Stadler feiert heute seinen 50. Geburtstag

 

Seine ersten fußballerischen Gehversuche machte Joachim Stadler beim SV Aglasterhausen. Weitere Jugendstationen waren der SV Waldhof Mannheim, der FV Mosbach und der SV Schwetzingen. Zur Saison 1989/1990 wechselte der gebürtige Mosbacher mit 19 Jahren zum 1. FC Kaiserslautern. Gleich zu Beginn der Saison zog er sich bei einem Intertoto-Spiel gegen Rapid Wien eine schwere Knieverletzung mit anschließender Infektion zu und fiel knapp sieben Monate aus.

 

Dennoch blieb seine erste Saison am Betzenberg ein sportliches Highlight. Mit dem 1. FCK schaffte es Joachim Stadler ins DFB-Pokalfinale und wurde mit den Roten Teufeln sensationell Pokalsieger. Auch die Spielzeit 1990/1991 lief für Joachim Stadler und seine Teamkollegen optimal. Der FCK holte sich unter Trainer Kalli Feldkamp den dritten Meistertitel! Auch wenn der 1,91 m große Verteidiger in den beiden Spielzeiten am Betzenberg trotz der langwierigen Verletzung nur auf insgesamt 20 Partien und ein Tor kam, man kann sich für die ersten zwei Jahre der eigenen Profikarriere wahrlich eine schlechtere Bilanz vorstellen.

 

Zur Saison 1991/1992 wechselte Joachim Stadler vom Betzenberg zum Bökelberg. Auch bei Borussia Mönchengladbach führte der Weg gleich in der ersten Saison ins DFB-Pokalendspiel. Allerdings unterlag Gladbach gegen den damaligen Zweitligisten Hannover 96 nach Elfmeterschießen. 1995 stand er mit der Borussia erneut im Pokalendspiel, durfte am Ende jedoch jubeln. Gladbach schlug den VfL Wolfsburg klar mit 3:0. Bis 1997 blieb Joachim Stadler der Borussia treu und erzielte in 79 Spielen ein Tor.

 

1997 wechselte er dann zum SSV Ulm 1846 in die Regionalliga Süd. Auf Anhieb schaffte er mit Ulm den Aufstieg in die 2. Bundesliga wo er 29-mal für die „Ulmer Spatzen“ auflief. Dank des Durchmarsches der Ulmer in der Saison 1998/1999 in die Bundesliga konnte Joachim Stadler noch einmal Erstliga-Fußball spielen. In seiner letzten Bundesligasaison 1999/2000 trug er noch 31-mal das Ulmer Trikot, konnte jedoch den direkten Abstieg des SSV nicht verhindern.

 

Er wechselte daraufhin für ein halbes Jahr nach Griechenland. Beim FC Augsburg, musste er in der Regionalliga 2003 seine Karriere aufgrund einer erneuten schweren Knieverletzung beenden. Insgesamt bestritt er 130 Bundesligaspiele und 47 Zweitligaspiele und erzielte insgesamt 3 Tore. In seiner Zeit als Profi beim 1. FC Kaiserslautern und bei Borussia Mönchengladbach absolvierte er 14 Länderspiele mit der U21-Nationalmannschaft und erzielte im Spiel in England ein Tor. Ab 2011 war Stadler als Jugendtrainer tätig und ist seit 2013 Leiter des Nachwuchszentrums beim SV Sandhausen. Joachim Stadler feiert heute seinen 50. Geburtstag. Das Museumsteam und die gesamte FCK-Familie gratulieren ganz herzlich!


Foto: Archiv Eric Lindon
Foto: Archiv Eric Lindon

Mit dem Defensivgaranten in die Bundesliga

Zum 80. Geburtstag von Willi Kostrewa

 

Er kam 1962 von Eintracht Gelsenkirchen an den Betzenberg und hatte nicht unwesentlichen Anteil daran, dass der FCK im Jahr 1963 zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga gehörte. Gemeint ist der Defensivspezialist Willi Kostrewa, der von 1962 bis 1967 das Trikot der Roten Teufel trug und während seiner Zeit am Betzenberg insgesamt 67 Spiele für den FCK absolvierte, 54 davon in der Bundesliga. Heute wäre Willi Kostrewa 80 Jahre alt geworden.

 

Seine fußballerische Laufbahn begann der in Gelsenkirchen-Ückerdorf geborenbe Willi Kostrewa bei seinem Stadtteilverein Eintracht Gelsenkirchen. Höherklassig spielte er dort erstmals in der 2. Liga West in der Spielzeit 1958/1959. Nach seinen ersten Jahren in der dortigen Jugend spielte er sofort in der 1. Mannschaft der Blau-Roten aus dem Gelsenkirchener Süden. Der Abwehrspieler spielte bei der Eintracht mit weiteren Talenten wie Ernst Kuster, Franz-Josef Sarna, Rainer Schönwälder, Karl-Heinz Bente und Heinz Pliska zusammen. Finanzielle Zwänge machten aber regelmäßig den Verkauf von Hoffnungsträgern notwendig, so dass der angestrebte Aufstieg in die Oberliga West nicht realisiert werden konnte. Willi Kostrewa absolvierte für Gelsenkirchen von 1958 bis 1962 in der 2. Liga West 104 Ligaspiele und erzielte dabei fünf Tore.

 

Zur Saison 1962/1963 verließ Kostrewa seine Heimat und wechselte in die Pfalz zum 1. FC Kaiserslautern, der zu dieser Zeit noch in der Oberliga Südwest spielte. Mit Trainer Günter Brocker qualifizierten sich die Roten Teufel als Meister der Oberliga Südwest für die neugeschaffene Fußball-Bundesliga. Kostrewa hatte mit 19 Einsätzen und einem Torerfolg seinen Anteil daran. In der Oberliga hatte er am 19. August 1962 bei einer 2:4-Auswärtsniederlage bei Saar 05 Saarbrücken als Mittelläufer im damaligen WM-System debütiert. Am 30. Spieltag, den 12. Mai 1963, als der FCK die Runde mit einem 9:1-Auswärtserfolg beim SC Ludwigshafen beendete, bildete er mit Roland Kiefaber ein absolut sattelfestes Verteidiger-Duo. In die Endrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft 1963 starteten die Roten Teufel am 25. Mai im Südweststadion in Ludwigshafen mit einem 1:1 gegen Hertha BSC. In allen sechs Gruppenspielen in der Endrunde gegen Berlin, 1. FC Köln und 1. FC Nürnberg vertraute Trainer Günter Brocker auf sein Defensiv-Duo Kiefaber - Kostrewa.

 

Am 31. August 1963, dem zweiten Spieltag der Bundesligasaison 1963/1964, debütierte der damals 23-jährige Willi Kostrewa in der Bundesliga bei der 2:3-Heimspielniederlage gegen den FC Schalke 04. Bis 1967 gehörte Kostrewa den Roten Teufeln an. Der FCK befand sich in diesen Jahren permanent im Abstiegskampf. Als in der Saison 1966/1967 dem FCK unter Trainer Gyula Lóránt der Vormarsch auf den 5. Rang glückte, kam Willi Kostrewa nicht mehr zum Einsatz. Sein letztes Bundesligaspiel für den FCK bestritt er am 23. April 1966 bei einer 1:2-Heimniederlage gegen den Bundesligaaufsteiger FC Bayern München. Schiedsrichter Horst Herden verwies damals gleich vier Spieler des Feldes: Jürgen Neumann, Uwe Klimaschefski und Willi Wrenger auf Seiten des FCK sowie Dieter Koulmann vom FC Bayern München.

 

Vom Betzenberg zog es Willi Kostrewa dann an die Mosel. Ab der Saison 1967/1968 trat er für die Koblenzer TuS Neuendorf in der zweitklassigen Regionalliga Südwest an. In seiner ersten Saison in Koblenz wurde Willi Kostrewa mit seinen Mannschaftskollegen die Vizemeisterschaft im Südwesten. In der Bundesliga-Aufstiegsrunde bestritt er alle acht Gruppenspiele gegen Kickers Offenbach, Bayer Leverkusen, Tennis Borussia Berlin und Arminia Hannover. In seiner zweiten Spielzeit am Oberwerth konnte er infolge von Verletzungsproblemen lediglich noch fünf Ligaspiele bestreiten. Am 8. Dezember 1968 absolvierte er seinen letzten Regionalligaeinsatz als Einwechselspieler bei einem 2:0-Heimerfolg gegen den SVW Mainz.

 

Willi Kostrewa starb am 17. Juli 2016 im Alter von 76 Jahren. Am heutigen 14. Januar wäre er 80 Jahre alt geworden.

 

mg

 


Foto: Archiv Thomas Butz
Foto: Archiv Thomas Butz

Im Strafraum ein echter Wirbelwind

Am 2. Januar wäre Hannes Riedl 70 Jahre alt geworden

02.01.2020

 

Er gehört bis heute zweifellos zu einer der sympathischsten Betze-Persönlichkeiten der zurückliegenden Jahrzehnte. Johannes Riedl, den alle stets nur liebevoll Hannes nannten und der sich nach seinem Wechsel zum Betzenberg im Jahr 1974 schnell in die Herzen der Fans spielte. Aber auch seine Bodenständigkeit und seine Geradlinigkeit brachten dem offensiven Mittelfeldmann viele Sympathien ein. Trotz oder gerade wegen seiner geringen Körpergröße zeichnete er sich durch seine quirlige und zielstrebige Spielweise aus, mit der er vor und im gegnerischen Strafraum häufig zu einem echten Wirbelwind avancierte und die ihm für den FCK immerhin 31 Pflichtspiel-Tore in der Fußballbundesliga einbrachte. Insgesamt 215 Mal lief er zwischen 1974 und 1981 dabei für die Roten Teufel auf.

 

Geboren wurde Hannes Riedl in Holzweißig (Sachsen-Anhalt), aufgewachsen ist er quasi vor den Toren Kaiserslauterns, in der Schuhstadt Pirmasens. Auf dem Horeb, beim damaligen Regionalligisten FK 03 Pirmasens, begann seine fußballerische Karriere. Das schnelle, bewegliche und ballgewandte Laufwunder zog dort bald interessierte Blicke auf sich. Vor allem nachdem er am 4. Februar 1968 in der deutschen Jugend-Fußballnationalmannschaft beim Qualifikationsspiel für das UEFA-Juniorenturnier in Heilbronn gegen Spanien debütiert hatte. Doch bis er beim FCK auf dem Betzenberg landete, sollte es noch einige Jahre dauern. 1968 zog es Hannes Riedl im Alter von 18 Jahren zunächst zum MSV Duisburg, wo er erstmals Bundesligaluft schnuppern durfte. Vier Jahre lang spielte Hannes Riedl für die Meidericher, erzielte dabei in 120 Partien 9 Tore. Im Sommer 1972 wechselte der er dann von der Wedau an die Spree und heuerte für zwei Spielzeiten bei Hertha BSC Berlin an. In 52 Bundesliga-Spielen und in 2 Partien im DFB-Pokal trug er dabei das Trikot der alten Dame Hertha, für die er 3 Bundesligatore erzielte.

 

1974 folgte dann der Wechsel zurück in die Pfalz, zum 1. FC Kaiserslautern. In seiner ersten Saison am Betzenberg absolvierte er unter Trainer Erich Ribbeck alle 34 Bundesligaspiele und traf immerhin sechsmal. Sein erstes Tor für den FCK markierte er am 27. September 1974 beim Heimspiel gegen Tennis Borussia Berlin. Mit seinem Treffer zum 2:0 für den FCK kurz nach der Halbzeitpause, brachte er die Roten Teufel auf die Siegerstraße. Der FCK gewann am Ende gegen den späteren Absteiger mit 4:0! Hannes Riedl fühlte sich pudelwohl in Lautern, war von Anfang an Stammspieler und rief Spielzeit für Spielzeit seine Leistungen ab. In seiner Zeit beim 1. FC Kaiserslautern wurde er am 22. Februar 1977 beim Länderspiel in Orleans gegen Frankreich (0:1) in die deutsche B-Nationalmannschaft berufen. Er war zwischenzeitlich vom Flügelflitzer zum laufstarken Mittelfeldspieler umgeschult worden. Quasi gesetzt war Hannes Riedl auch unter Trainer Karl-Heinz Feldkamp, der im Sommer 1978 Erich Ribbeck am Betzenberg ablöste. Doch ab der Saison 1979/1980 nahmen die Einsatzzeiten für Hannes Riedl ab. Zum Ende der Spielzeit 1980/1981 wurde der leidenschaftliche Kämpfer dann leider aussortiert, schied im Groll und wechselte zunächst zu Arminia Bielefeld.

 

Auf der Alm trug er in der Bundesliga in zwei Spielzeiten 45-mal das Arminen-Trikot, erzielte sechs Tore. 1983 wechselte er dann für ein Jahr zu Kickers Offenbach an den Bieberer Berg, wo er neun Bundesligaspiele absolvierte. Sein letzte Bundesligapartie datiert vom 13. März 1984, als er mit Kickers Offenbach bei Bayern München mit 0:9 Toren eine krachende Niederlage erfuhr. Die Kickers stiegen am Ende der Saison als Tabellenvorletzter ab. Hannes Riedl verließ den Verein und wechselte im Alter von 34 Jahren im Jahr 1984 dann wieder in den Südwesten. Zurück in die Pfalz zum damaligen Oberligisten SV Edenkoben, wo er seine aktive Spielerlaufbahn nach der Saison 1984/1985 beendete. Während der Spielzeit 1989/1990 übernahm er dort das Traineramt von Hans-Günter Neues, wurde mit Edenkoben Meister der Oberliga Südwest und nahm an den Aufstiegsspielen für die 2. Bundesliga teil. Allerdings entließ man ihn dort mitten in der Aufstiegsrunde, nachdem er das Vereins-Präsidium kritisiert hatte. Das schnelle Aus einer Trainerkarriere schon bei der ersten Trainerstation.

 

Im April 1996 war es der damalige Präsident Norbert Thines, der Hannes Riedl zurück zum Betzenberg holte, wo er einige Jahre als Fanbeauftragter des 1. FCK arbeitete. Dort ackerte auf dem grünen Rasen zu diesem Zeitpunkt bereits ein zweiter talentierter Fußballer aus dem Hause Riedl. Sohn Thomas, der von 1995 bis 1999 und später noch einmal von 2001 bis 2006 das Trikot der Roten Teufel trug. Im Gegensatz zu Sohn Thomas war es Vater Hannes nie vergönnt mit dem FCK einen Titel zu holen. Zweimal stand er mit Lautern im DFB-Pokalfinale. 1976 unterlagen die Roten Teufel im Frankfurter Waldstadion mit 0:2 gegen den Hamburger SV und 1981 im Stuttgarter Neckarstadion mit 1:3 gegen Eintracht Frankfurt. Im Finale 1981 war es Hannes Riedl noch nicht einmal vergönnt dabei sein zu dürfen, Trainer Karl-Heinz Feldkamp verzichtete auf eine Kadernominierung. Ein Stachel, der lange tief saß. Hannes Riedl kam während seiner Karriere bei seinen fünf Bundesligastationen MSV Duisburg (120), Hertha BSC (52), 1. FC Kaiserslautern (215), Arminia Bielefeld (45) und Kickers Offenbach (9) kam auf insgesamt 441 Bundesligaspiele, erzielte dabei 49 Tore. Für den 1. FC Kaiserslautern absolvierte er bis 1981 in der Bundesliga, im DFB-Pokal und im UEFA-Cup insgesamt 251 Pflichtspiele, in denen er 39 Tore erzielen konnte.

 

Mit einer Anstellung beim Dynamikum in seiner Heimatstadt Pirmasens fand Hannes Riedl dann beruflich, wie privat wieder zurück in die Erfolgsspur. Der sympathische Familienmensch verstarb dann völlig unerwartet am 19. August 2010 im Alter von nur 60 Jahren. Ein herber Schlag für die Familie und ein herber Verlust für die FCK-Familie. Am 2. Januar wäre Hannes Riedl 70 Jahre alt geworden.

 

mg