Foto: Bachem (Archiv Eric Lindon)
Foto: Bachem (Archiv Eric Lindon)

Ein großer Keeper aus der Walter-Mannschaft

Heute vor 10 Jahren verstarb der FCK-Torwart Willi Hölz

28.08.2020

 

Es ist gerade einmal sechzehn Monate her, dass wir anlässlich seines 90. Geburtstages an einen FCK-Torhüter erinnerten, der in der langen Geschichte des FCK sicher zu den ganz großen im Kasten der Roten Teufel gehörte. Gewiss, wenn von den großen Keepern am Betzenberg die Rede ist, werden sofort die Namen Ronnie Hellström und Gerry Ehrmann genannt. Zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist hingegen eben jener Willi Hölz, der Torwart der Walter-Mannschaft, der mit seinem 1. FC Kaiserslautern 1953 deutscher Meister wurde und mit dem FCK auch 1948, 1954 und 1955 im Endspiel um die deutsche Meisterschaft stand. Heute vor 10 Jahren verstarb der Meister-Keeper des FCK in Alsenborn.

Foto: Archiv Thomas Butz
Foto: Archiv Thomas Butz

Am 16. April 1929 wurde Willi Hölz in Frankenthal geboren. In seiner Heimatstadt entdeckte er seine Liebe zum Fußballspielen und beim VfR Frankenthal wurde man bald auf seine Befähigung zum Torhüter aufmerksam. Auch Fritz Walter überzeugte sich vom Können des jungen Talents auf der Torlinie und holte den 18-jährigen Willi Hölz auf den Betzenberg. Beim 1. FCK wurde er bald Stammtorhüter. Der FCK qualifizierte sich 1948 für die Endrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft und schaffte den Weg ins Finale. Dies fand am 8. August 1948 im Müngersdorfer Stadion in Köln statt. Der Gegner der Lauterer, der 1. FC Nürnberg. Im Kasten der Pfälzer, Willi Hölz. Mit 19 Jahren der erste Endspieleinsatz. Der FCK unterlag vor 75.000 Zuschauern mit 2:1. Im Jahre 1950 erfuhr die Karriere von Willi Hölz durch eine Meniskusverletzung eine jähe Unterbrechung. Der 1. FCK verpflichtete Karl Adam während seiner Verletzungspause und Willi Hölz wechselte zu Wormatia Worms. Auch mit der Wormatia spielte er im oberen Tabellenbereich mit. Die Elf aus der Nibelungenstadt schaffte in der Oberliga 1951 den 2. und ein Jahr später den 4. Tabellenplatz, was jedoch nicht zur Teilnahme an Endrunde um die deutsche Meisterschaft reichte. Nach zwei Jahren am Rhein kehrte Willi Hölz 1952 in sein Tor auf dem Betzenberg zurück.

Foto: Archiv Thomas Butz
Foto: Archiv Thomas Butz

1953 erlebte er im Berliner Olympiastadion den Höhepunkt seiner Karriere. Der FCK hatte sich auch in jener Spielzeit für die Endrunde qualifiziert und stand am Ende verdient im Finale. Dort traf der FCK am 21. Juni 1953 im Berliner Olympiastadion vor 80.000 Zuschauern auf den VfB Stuttgart. Mit einem deutlichen und verdienten 4:1-Erfolg über die Schwaben wurde die Walter-Mannschaft mit Willi Hölz im Tor zum zweiten Male deutscher Meister. Auch 1954 und 1955 stand Willi Hölz mit der Walter-Mannschaft im deutschen Meisterschaftsendspiel, doch beide Male reichte es nur zur Vize-Meisterschaft. 1957 drehte der Südwestfunk einen Film über Trainingsmethoden beim 1. FC Kaiserslautern ("Das vernagelte Tor"). Noch heute kann man sich beim Studium des Filmes von der Sprungkraft und Reaktionsschnelligkeit von Willi Hölz überzeugen, dessen Spezialität überdies seine kraftvolle, gezielte Faustabwehr war.

Foto: Archiv Thomas Butz
Foto: Archiv Thomas Butz

Bis 1961 hütete Willi Hölz zuverlässig das Tor des 1. FCK in 290 Oberliga- und Endrundenspielen, ehe er dem jungen Wolfgang Schnarr den Vortritt als "Nummer Eins" lassen musste. Willi Hölz folgte erneut dem Ruf seines ehemaligen Kapitäns Fritz Walter und wurde von 1962 bis 1966 Torwart des ambitionierten Dorfvereins SV Alsenborn. Gemeinsam mit seinen früheren FCK-Kameraden Otto Render und Gerhard Ahrens trug Willi Hölz wesentlich zu den drei Aufstiegen des SV Alsenborn bis zur Regionalliga und somit zum ersten Teil des "Wunders von Alsenborn" bei.

 

Als Willi Hölz 1966 die Fußballschuhe endgültig an den Nagel hängte, blieb er in Alsenborn. Er führte dort als Modellbauer einen angesehenen Betrieb. Am 28. August 2010 ist er im Alter von 81 Jahren verstorben. Betrauert von zahllosen Freunden und Weggefährten in der ganzen Pfalz. Seine Leistungen, seine geradlinige Persönlichkeit und sein Humor verdienen es, dass er als einer der großen Torhüter in der Geschichte des 1. FCK unvergessen bleibt.

 

mg / hw